Der Titel verrät die Vergänglichkeit

Susanne Becker bespricht in ihrem Literaturblog „Lobe den Tag“ den Gedichtband „Gedichte erinnern eine Stimme“ von Sigurður Pálsson

Der Tod ist das Brennglas, durch welches alle großen Gedichte ihr eigentümliches Schimmern erhalten, das einem bis in die Seele dringt und einem auf eine Weise, mit wenigen wohl gewählten Worten, das Menschsein fassbarer macht, dieses Paradox, dass wir mit diesem riesigen Verstand zur Welt kommen, in welcher es von Schönheit wimmelt, und dass wir dennoch endlich sind und dies die ganze Zeit wissen. Je näher der Tod rückt, desto klarer wird der Blick auf uns selbst und die Bedeutung dessen, was unser Leben ist. Alles kommt also zur Sprache in diesem Band, von der Liebe bis zu den Orten, dem Garten und dem Schreiben, Pálsson entrollt sein Leben, als wolle er es der Nachwelt für immer überreichen. Erinnert meine Stimme.

Die Besprechung in Gänze findet sich hier.

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Kafkaesk? Oder wie oder was?

WordPress und Facebook beenden Kooperation

Keine Sorge! Der Wahrheitsgehalt der Überschrift betrifft nur meine Kooperation zwischen den beiden Parteien!

Seit einiger Zeit ist es jedenfalls so, dass Facebook sich weigert, meine in meinem WordPress-Blog veröffentlichten Hinweise auf Bücher etc. zu teilen! Mal heißt es, ihr Inhalt verstieße gegen Gemeinschaftsstandards, mal gelten sie direkt als SPAM!

Natürlich frage ich mich, ob es daran liegt, dass ich wegen anderer Dinge derzeit nur noch recht selten dazu komme, etwas zu Veröffentlichungen zu schreiben? Ob es sich also um eine Art pädagogische Maßnahme handelt? Oder verweigert sich Facebook mir, weil ich mich einmal mehr ein wenig auf die Spuren von Franz Kafka begeben habe und mich dessen gelegentliche Rätselhaftigkeit per se verdächtig macht?

Aber vielleicht bin ich es ja nicht allein, dem es so ergeht – oder bereits einmal ergangen ist? Weiß da womöglich jemand, was die Ursachen sind? Wie ich es wieder ins Lot bekomme?

Vielleicht weiß ja sogar wer, wie ich Herrn Zuckerberg mitteilen kann, dass eine derartige „Informationsunterdrückung“ durch sein soziales Netzwerk ziemlich unsozial ist gegenüber Autorinnen und Autoren, die schließlich davon leben, dass die Öffentlichkeit zur Kenntnis nimmt, dass sie Bücher geschrieben haben!

Der Bitte um Überprüfung und der Meldung des Problems an Facebook folgt bis dato nur freundlicher Dank dafür, dass ich gebeten und gemeldet habe – es helfe, Facebook zu verbessern… Da ist also wohl nicht viel zu erwarten!

Dabei würde ich jetzt bald sogar gerne etwas über Warten auf Kafka vermelden, dieser ebenso informativen wie unterhaltsamen literarischen Seelenkunde Tschechiens, die Martin Becker geschrieben hat – aber ich traue mich nicht; wer weiß, was Facebook über den Autor denkt, wenn er in meinem Blog Erwähnung findet…

Upps, jetzt habe ich ihn ja schon erwähnt – hoffentlich geht das gut!

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An Frieslands Küste und anderswo

Ein Geburtstagsgruß anlässlich des Erscheinens Gesammelter Gedichte und Nachdichtungen von Johann P. Tammen

Als Johann P. Tammen, der langjährige Herausgeber des bedeutenden Literaturperiodikums die horen, diese Tätigkeit vor einigen Jahren in neue, in der Redaktionsarbeit bereits bewährte Hände übergab und der nunmehr von Jürgen Krätzer verantworteten Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik mit dem Wallstein Verlag überdies zu einer neuen publizistischen Heimat verhalf, da habe ich den Wunsch geäußert, dass er nach dem Ablegen dieser Verantwortung nun umso mehr Zeit und Kraft haben möge für den zweiten großen Teil seiner Lebensleistung: der eigenen Dichtkunst!

Anlässlich seines 75ten Geburtstags, bei dessen Feier in Bremerhaven ich die Freude hatte zugegen zu sein, habe ich diesen Gedanken in einem kleinen Geburtstagsgruß noch einmal aufgegriffen – spielerisch und in Anspielung auf einen Doppelsammelband mit vom Dichter selbst kritisch durchgesehenen eigenen Gedichten und Nachdichtungen internationaler Lyrik, der pünktlich zum Ehrentag Anfang Februar im Wallstein Verlag erschienen ist: Stock und Laterne – Ausgewählte Gedichte 1969 – 2019 und Wind und Windporzellan – Nachdichtungen – Von Guillaume Apollinaire bis Valentino Zeichen.

Das Ende meines Geburtstagsgrußes lautete wie folgt:

Natürlich bist Du darin (in der eigenen Dichtkunst) nie müde gewesen, aber ich muss gestehen, dass ich als Teil Deiner Leserschaft manchmal etwas gehemmt war angesichts der bibliophilen Kostbarkeiten, in denen Du veröffentlicht hast, dass ich sie ob ihres Wertes beinahe gar nicht aufzuschlagen, also beinah gar nicht zu lesen gewagt habe!

Du glaubst gar nicht, wie groß meine Freude ist, dass dies nun ein Ende hat! Du magst es vielleicht als ein Geschenk des Verlages ansehen, dass der Wallstein Verlag zu Deinem 75ten einen Doppelband mit von Dir ausgewählten Gedichten vom Anfang bis auf den heutigen Tag und Deinen Nachdichtungen herausbringt – auf weit mehr als 450 Seiten – und zweifellos ist es auch eins, vielleicht sogar ein weitaus nachhaltigeres als die Geschenke, die wir Dir heute mitbringen konnten – aber, lieber Johann, glaube mir, vor allem beschenkst Du mit dieser kritischen Aufbereitung und Veröffentlichung Deines lyrischen Werks – uns, Deine Leserinnen und Leser! Und wenn ich Dir heute etwas wünsche, dann ist es – neben Glück, Freude, Wohlergehen – dann ist es vor allem, dass die Schar Deiner Leserinnen und Leser unzählig werden möge, dass die Ernte, die Du für Dein Schaffen einfährst, reif und reich sei wird! Ein oder zwei gut dotierte Literaturpreise dürfen aus meiner Sicht übrigens gerne auch dabei sein – nicht zuletzt, weil sie uns doch die Gelegenheit gäben zu einem baldigen erneuten von Herzen kommenden Ausruf: Lieber Johann, herzlichen Glückwunsch!

Ich denke, ich muss nicht betonen, dass dieser Wunsch – auch ohne den feierlichen Anlass – immer noch gilt! Als Freund des Dichters enthalte ich mich an dieser Stelle einer „qualitativen Bewertung“ seines lyrischen Schaffens, sie könnte mir als allzu subjektiv ausgelegt werden – sagen darf ich aber, dass sich ein Einlesen darin, ein Eindringen ganz zweifelsfrei lohnt. Das Zitat eines Gedichts werfe ich hierzu gerne als „Köder“ aus.

 

Der Tischkalender

Das Meer   mit kalten Händen
himmelsheimwehblau umfasst

erdig unter der Tischlampe
schwappt auf´s Kalenderblatt.

Es flieht den Zigarrenrauch.

Der Lotse träumt von Libellen
mit Vorwahlnummer.

Das Meer   ein zum Himmel
schreiendes Großmaul   ein

Geklapper windschief kauender
Kammwellenzähne.

Es verschmäht Wasserfarben.

Die Mär von dem Schiff   mit
seegrünen Tagfalterflügeln

ist aus erfundenem Holz.

Der Dichter Johann P. Tammen

Foto: Porträts    Der Dichter Johann P. Tammen

 

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Die Gedichte des Isländers Sigurdur Pálsson

Martin Oehlen, Literaturkritiker und ehemaliger Kulturchef des Kölner Stadt-Anzeigers, sagt über „Gedichte erinnern eine Stimme“, den vor wenigen Tagen im ELIF Verlag erschienenen Gedichtband aus Island:

„Solcherart wird die Stimme von Sigurður Pálsson nicht verstummen.“

Das Übersetzerteam Gíslason / Schiffer freut sich und dankt!

Bücheratlas

P1060679 (2) P wie Pálsson – Hinweisschild auf Island.  Fotos: Bücheratlas

Das Wort „sólskin“  kommt einige Mal vor in den Gedichten des Isländers Sigurdur Pálsson. Das klingt auch in der deutschen Übersetzung positiv: „Sonnenschein“. Als Pálsson die Texte für den Band „Gedichte erinnern eine Stimme“ zu Papier brachte, wusste er wohl um den nahenden Tod. Dennoch sind seine Verse alles andere als bittere Klagen über die Vergänglichkeit. Im Gegenteil: Ihnen mutet zuweilen ein fröhlicher Trotz an, sich vom Tod nicht bange machen zu lassen. Einmal heißt es: „Ich habe keine Angst vor ihm/ er kommt wenn er kommt/ ‚Sei gegrüßt, wann immer du willst‘“. Gleichwohl – der Autor verliert sich nicht an die Blauäugigkeit. Die Schatten werden länger – das stellt er auch fest; und die Stimme des Lebens ist vor allem „weit hinten im Traum“ zu spüren.

Sigurdur Palsson, 1948 im Nordosten Islands geboren, ist am 19. September 2017 verstorben. Die…

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Was die Stimmen verschweigen …

Elke Engelhardt bespricht für FIXPOETRY den Gedichtband „Gedichte erinnern eine Stimme“ von Sigurður Pálsson

Hell und dunkel, Schweigen und Schreien, Feuer und Schatten. Es sind die Gegensätze zwischen denen sich das menschliche Leben entfaltet. Zwischen Schwarz und weiß leuchtet das Leben in unterschiedlichen Grautönen, erklingt in einem manchmal beinahe unhörbaren Grundton.

„Gedichte erinnern eine Stimme“, der 2016 auf Isländisch unter dem Titel „Ljóð Muna Rödd“, erschienene Gedichtband Sigurður Pálssons, liegt nun in der Übertragung von Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer im Elif Verlag in einer wunderschön gestalteten zweisprachigen Ausgabe  vor. Dabei ist dieser Gedichtband nicht nur ein weiteres Buch, mit dem der 2011 gegründete Verlag, der sich längst zu einer Institution entwickelt hat, ein weiteres Mal der selbst gestellten Aufgabe „gute Texte mit gut gestalteten Büchern zu veröffentlichen“ treu bleibt, sondern auch ein berührendes Zeugnis der Auseinandersetzung eines Menschen mit seinem bevorstehenden Tod.

Die Besprechung in Gänze findet sich hier:

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