DENEN ZUM TROST – die Zweite.

Ragnar Helgi Ólafssons Gedichtband in 2. Auflage

Isländische Literatur in deutscher Übersetzung bei Penninn / Eymundsson in Island …

In den Regalen der Buchhandlungen in Reykjavík, die für ihre deutschsprachigen Besucher Literatur aus Island auch in Übersetzung anbieten, gab es bei meinem Besuch der Insel Anfang Januar noch das eine oder andere Exemplar – hier jedoch galt der Gedichtband Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können von Ragnar Helgi Ólafsson bereits als nahezu vergriffen. Jetzt ist die 2. Auflage eingetroffen, und der Elif Verlag, in dem das Buch erschienen ist – übrigens in einem Design und Layout in des Dichters eigener Gestaltung  – hat auch die Übersetzer, Jón Thor Gíslason und mich, mit ein paar Exemplaren der sogar noch ein wenig „optimierten“ Neuauflage beglückt!

Der schöne Erfolg, den dieses Buch eines in Deutschland bis dahin ja völlig unbekannten Dichters aus Island hiermit in doch relativ kurzer Zeit erfährt, verdankt sich natürlich nicht zuletzt den so vielen positiven Besprechungen, die der Gedichtband erfahren hat – vor allem in den Buch- und Literaturblogs!

Mit der folgenden, beispielhaften Auswahl der Stimmen zu den Texten in Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können wollen sich die am Zustandekommen des zweisprachig edierten Bandes daher auch aufs Herzlichste bei allen bedanken, die bisher schon über Ragnar Helgi Ólafssons Gedichte geschrieben haben.

Allen ein herzliches Dankeschön!

Ragnar Helgi Ólafsson © Wolfgang Schiffer

Der erste Lyrikband von Ragnar Helgi Ólafsson: Surreal, leise melancholisch, humorvoll, schalkhaft und traumwandlerisch schön.

Birgit Böllinger, Literaturblog Sätze & Schätze, 24. September 2017

Viele Stimmungen und Stimmen beherrscht dieser bisher in Deutschland unbekannte Ragnar Helgi Ólafsson. Witz hat er und Chuzpe. Cool ist er und klug. Ich mag ihn sehr!
Dank der kenntnisreichen, sicheren und äußerst flüssigen Übersetzung durch Gíslason und den umtriebigen Experten für die Literatur der kalten Insel, Wolfgang Schiffer, wird dieser Band zu einer überraschenden und höchst unterhaltsamen Entdeckung, wie wir schon einige aus dem kleinen, aber feinen niederrheinischen Verlag begrüßen durften.

Mathias Engels, Literaturblog Dingfest und Poesieportal Lyrikwelt.de, 24. September 2017

 Der Band mit offener Klebebindung und dem doppelten ausgestanzten Cover, dessen Titelcollage sich aufblättern lässt, ist ein bibliophiles Kleinod. Nicht nur der Gedichte wegen liest man es mehrmals, sondern auch weil es sich so wohltuend von der Masse der Bücher abhebt. Hoffentlich dauert das Warten auf den nächsten Band nicht allzu lange.

Gerrit Wustmann, Signaturen / Forum für autonome Poesie, 1. Oktober 2017

Sehr schöne Aufmachung und alle Texte in Original und Übersetzung. Ragnar Helgi Ólafsson setzt sich ab von allen gängigen Klischees und literarischen Normen. Erfrischend, grandios, Island.

Urs Böke, Blog Ratriot und Herausgeber der Maulhure, 21. Oktober 2017

Es sind keine Trampelpfade, die Ólafsson beschreitet, sondern feine Kieswege, wenn er über die Notwendigkeit von nur wenig Gedichten etwa räsoniert. Das leise Knirschen bleibt im Ohr, wenn man diesen wunderschön gestalteten Band, der von Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer übersetzt wurde, nach vergnüglicher Lektüre wieder beiseitelegt. Es ist leise. Es ist unaufdringlich. Es ist liebenswert.

Kerstin Fischer, Rosinante Literaturblog, 2. November 2017

Gleich vorab: Ein Leuchten! Hellstes Polarlichtleuchten!

Beim ersten Lesen des Titels auf dem anziehenden Cover war klar: Das ist passende Lyrik für mich. Sehr selten finde ich einen Lyrikband, bei dem ich mich mit allen Gedichten anfreunden kann. Hier ist es so. Ólafssons Texte vereinnahmen mich ganz. Sie scheinen erst so harmlos leicht und dann! dann kommt die Wendung, die aus einem schönen ein unvergleichliches Gedicht macht. Es ist manchmal nur ein Wort, eine Schwingung zwischen den Zeilen. Nach jedem Umblättern kommt eine Überraschung, keine Sensation, das eben nicht, sondern ein hauchfeines Etwas, dass umhaut.

Marina Büttner, Literaturblog literaturleuchtet, 10. November 2017

Der Ton, den Ragnar Helgi Ólafsson anschlägt, ist zumeist leise und eindringlich. Hier wird nicht agitiert und nicht geprotzt. Wir schauen lesend einem Dichter in seiner ganz eigenen Geschwindigkeit beim Denken zu. Und es bleibt genug Stille zwischen den Worten und Zeilen, um mitschwingen zu können.

Monika Vasik, Fixpoetry, 14. November 2017

Pflichtlektüre für Individualpoeten. Und für alle anderen. Auch.

Thomas Lawall, in: „Querblatt“ und bei Amazon, 15. Dezember 2017

Denen zum Trost – neu, und noch ein wenig besser als zuvor …

 

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Dichtung von der Insel aus Feuer und Eis (7)

Aus traurigem Anlass: Der isländische Dichter Þorsteinn frá Hamri ist gestern, Sonntag, den 28. Januar 2018, im Alter von 79 Jahren gestorben. Góða ferð, kæri Þorsteinn.

 

Wortspiele: Ein literarischer Blog

Meine Reise durch die isländische Poesie
Island, auf dem Land © Wolfgang Schiffer Island, auf dem Land © Wolfgang Schiffer Da ich zurzeit an einer recht komplexen Arbeit für das Radio schreibe, bitte ich die Leserinnen und Leser meines Blogs (sowie auch einige Autorinnen und Autoren) um Nachsicht, dass mir Ablenkungsrisiko und Konzentrationsfähigkeit in den kommenden Tagen allenfalls noch einige wenige weitere Streifzüge durch die isländische Dichtkunst erlauben. Der Zuspruch, den diese meine Reise erfährt und für den ich mich auch an dieser Stelle herzlich bedanke, lässt mich aber hoffen, dass man mir diese vorübergehende „thematische Verengung“ verzeiht.

Þorsteinn frá HamriDas heutige Beispiel ist von einem der wohl angesehensten zeitgenössischen Lyriker Islands: Þorsteinn frá Hamri. Er wurde 1938 auf dem Hof Hamar in Þverárhlíð im Borgarfjord im Westen Islands geboren; seinen ersten Gedichtband, „Í svörtum kufli / In einer schwarzen Kutte“ veröffentlichte er bereits mit zwanzig Jahren, noch druckfrisch liegt in den isländischen Buchläden derzeit in einer ebenso…

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Den Mund zu voll genommen

Ein Zwischenruf

Im Hafen von Reykjavík …

Den Mund zu voll genommen habe ich, als ich Anfang des Jahres versprach, der Rezension des Kriminalromans Blindes Eis von Ragnar Jónasson würden in loser (und ja wohl erwartbar schneller Folge) die Besprechungen zweier weiterer Thriller aus Island folgen. Doch ach, der Beginn einer neuen Übersetzungsarbeit, der Versuch eines Artikels, der die literarische Landschaft der konkreten Poesie in Island skizzieren und demnächst in der Literaturzeitschrift die horen erscheinen soll, die Vorbereitung meines Leseprojekts des siebenbändigen Kultromans Das Büro, das am kommenden Wochenende im Kölner KulturSalon Freiraum startet und eine kurz beschlossene Islandreise höchstselbst haben dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht – und tun dies immer noch. Ich bitte um Nachsicht!

Und um diese Nachsicht möglichst milde ausfallen zu lassen, biete ich hiermit an, ein paar Fotos zu zeigen, die ich von meinem nur wenige Tage zurückliegenden Islandaufenthalt mitgebracht habe – ein Aufenthalt übrigens, der einer Ausstellung meines Malerfreundes Jón Thor Gíslason galt, den ich bei der Vernissage derselben in Reykjavík mit meinem Besuch überraschen wollte! Wenigstens diese Überraschung ist mir gelungen.

Noch steht der Mond über Reykjavík …

… doch im Osten geht schon (11:15 Uhr) die Sonne auf …

… doch im Osten geht schon (11:15 Uhr) die Sonne auf …

In diesem Haus im Zentrum Reykjavíks soll Halldór Laxness, der isländische Literatur-
Nobelpreisträger, in jungen Jahren gewohnt haben …

Nebel über Viðey in der Bucht vor Reykjavík …

Das Sigurjón Ólafsson Museum …

Das Privatmuseum des Filmemachers Hrafn Gunnlaugsson …

Im Garten des Museums Ásmundur Sveinsson …

Und jetzt noch kurz ins Land – zum Kleifarvatn …

Krysuvík-Seltún: Hier brodelt es und dampft in heißen Schwaden …

… doch Kühle bringt erneut das Meer.

 

 

 

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Neu: Die Edition Elektrobibliothek und wieder neu: «Die Befragung des Otto B.» von Wolfgang Schiffer

„Die Befragung des Otto B.“ ist (…) mehr als nur Sozialisationsgeschichte eines Autors, sondern stellt einen heranwachsenden Menschen in seine Zeit, lässt ihn die Auswirkungen des westdeutschen Wirtschaftswunders erleben, das Dilemma der Nachkriegsgeborenen erleiden, die die Stille und das Schweigen zur jüngsten Geschichte erst an den Autoritäten zweifeln, dann verzweifeln ließ. Kalter Krieg, Nato, Verkrustungen. RAF.

Welch eine Überraschung: Meine erste Publikation ist nicht nur neu aufgelegt worden – sie wurde nach 44 Jahren sogar noch einmal kritisch in Augenschein genommen! Ganz herzlichen Dank!

[ˈiːbʊk] Elektro vs. Print

««

Den Anlass zur Befragung gibt eine Tat des B., deren Umstände beleuchtet werden, im besten Fall, so scheint es anfangs, soll eine Nachvollziehbarkeit der Ereignisse angestrebt werden, die zu dieser ein wenig unsinnigen, trotzdem strafbar zu ahndenden Tat trieben. Die Frage, die sich stellt: Ist der Endpunkt –die Tat- logisch oder verfehlt, aber folgerichtig?

Der P. befragt den B. Das ist Inhalt, Ordnung und Struktur in der Befragung des Otto B., Wolfgang Schiffers erste Prosaarbeit. Das Ende der Spielhandlung sind die Siebziger Jahre der Bundesrepublik. Es schließt sich eine Erzählung über Lebensweisen, über Sinnsuche und Sinnhaftigkeit an. Der Justizbeamte nimmt Systeme hin, der andere lehnt sich dagegen auf, findet seinen einen Platz im Leben nicht. Die Befragung erstreckt sich über mehrere Tage,  B. gibt sich und dem Justizbeamten Auskunft über seine Menschwerdung, über den Zweifel und das Scheitern. B. erleichtert sich geradezu. Er legt alles offen, zum Beispiel, was…

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Live und nur am Wochenende: „Das Büro“ von J. J. Voskuil

Ein Lese-Projekt des Kultursalons Freiraum in Köln

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie eigentlich gearbeitet wird hinter den Bürotüren eines wissenschaftlichen Instituts? In der Domstadt Köln ist dies demnächst zu erfahren, und das in einem gewagten Experiment: Der Kultursalon Freiraum gibt hier dem Romanzyklus Das Büro von J.J. Voskuil – in seiner zeitlos absurden Komik Kult in den Niederlanden ­– eine Stimme, und das, so der Plan, vom ersten bis zum letzten der sieben von Gerd Busse auch ins Deutsche übertragenen und im Verbrecher Verlag, Berlin, erschienenen Bände.

Und ich freue mich, nach bereits mehreren Einzel-Präsentationen des Werks – zusammen mit dem Übersetzer und dem Lektor Ulrich Faure in Leipzig, Münster, Göttingen und anderen Städten – nun auch in Köln diese Stimme sein zu dürfen. Zumindest so lange sie trägt. Denn wenn das Experiment gelingen sollte und der Zuspruch über Wochen und Monate anhielte, so würde irgendwann wohl ein anderer in die Rolle des Vorlesers schlüpfen müssen, um dem Publikum die mehr als 5000 Seiten abschließend zu Gehör zu bringen! Doch begonnen wird erst einmal, und zwar bald: am Samstag, dem 27. Januar, morgens um 11:00 Uhr.

Die Fortsetzung findet dann am Sonntag statt, allerdings erst zur „Teezeit“ um 17:00 Uhr. Und in diesem Rhythmus geht es dann weiter – an jedem letzten Wochenende eines Monats.

Nähere Einzelheiten zum Programm des Kultursalons Freiraum allgemein, zu den jeweiligen Eintrittspreisen sowie die genaue Adresse und die Anreisemöglichkeiten finden sich bei Interesse hier.

Und nun kurz zu dem Romanzyklus selbst: Er schildert Leben und Arbeiten des wissenschaftlichen Angestellten Maarten Koning, des literarischen Alter ego des Autors, im Amsterdamer Institut für Volkskultur von 1957 bis in die 1980er Jahre. Es geht um Zuspätkommen und Kaffeepausen, um Kompetenzstreitigkeiten, Bürotratsch, Wehwehchen und nicht zuletzt um gegenseitige Verdächtigungen und Intrigen.

Maarten verbringt seine Tage mit dem Anlegen von Karteikarten über alles, was er nicht versteht und von dem er hofft, es später vielleicht doch einmal zu verstehen. Er langweilt sich auf zahllosen Sitzungen wissenschaftlicher Kommissionen oder Arbeitsgruppen, wo er den Wissenschaftler geben muss – und hadert derweil mit seinem Schicksal und nach Feierabend manchmal auch mit seiner Gattin Nicolien.

J.J. Voskuil schildert mit großer Detailfreude den Büroalltag mit all seinen typischen Kommunikationsriten und Absurditäten. Gerade weil man vieles aus dem eigenen Alltag wiedererkennt, wird die Begegnung mit diesem literarischen Zeit- und Mentalitätsgemälde zu einem süchtig machenden Vergnügen! Und das selbst dann, wenn man bei der Lesung des KulturSalons Freiraum nicht alles in der angelegten Chronologie wahrnehmen kann: jede Seite des Romanwerks ist ein Lese- und Hörvergnügen, das staunen und lachen macht – auch wenn man nicht selten erkennen muss, dass in vielen der Charaktere auch ein Stück von einem selber steckt!

Johannes Jacobus Voskuil, geboren 1926 in Den Haag, war ein niederländischer Volkskundler. Bereits 1963 veröffentlichte er seinen ersten Roman, doch zur Berühmtheit der niederländischen Literatur wurde er erst mit dem Romanzyklus Das Büro, dessen erster Teil 1996 und dessen letzter 2000 erschien. Er wurde 1997 mit dem Ferdinand Bordewijk Prijs und 1998 mit dem Libris Prize ausgezeichnet. J.J. Voskuil starb 2008 in Amsterdam.

Die Edition:

Das Büro 1. Direktor Beerta – 978-3-95732-006-3
Das Büro 2. Schmutzige Hände – 978-3-95732-007-0
Das Büro 3. Plankton – 978-3-95732-008-7
Das Büro 4. Das A. P. Beerta-Institut – 978-3-95732-009-4
Das Büro 5. Und auch Wehmütigkeit – 978-3-95732-010-0
Das Büro 6. Abgang – 978-3-95732-011-7
Das Büro 7. Der Tod des Maarten Koning – 978-3-95732-012-4

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