Der Ton, den Ragnar Helgi Ólafsson anschlägt…

… ist zumeist leise und eindringlich.

So schreibt Monika Vasik im Feuilleton von Fixpoetry – Wir reden über Literatur über den Gedichtband Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können und fährt fort:

Hier wird nicht agitiert und nicht geprotzt. Wir schauen lesend einem Dichter in seiner ganz eigenen Geschwindigkeit beim Denken zu. Und es bleibt genug Stille zwischen den Worten und Zeilen, um mitschwingen zu können.

Und ich bin allmählich sprachlos angesichts der hierzulande so tollen Wahrnehmung dieses Gedichtbands aus Island und danke einmal mehr einer Rezensentin für eine feine, die Arbeit des Dichters aufs Beste analysierende Besprechung!

In Gänze nachzulesen ist die Rezension bei Interesse hier.

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Prag – Berlin – Köln: 1. Teil

Eine kleine Fotoreise

Prag bei Nacht

Ich weiß, es könnte ein leichtes Aufstöhnen geben: Schon wieder Prag! Was will der Mensch denn nur so häufig dort? Und warum erzählt er uns dann auch noch davon?

Nun, diesmal sollte es eigentlich nach Berlin gehen. Dort war ich freundlicherweise eingeladen, in der Chocolaterie & Buchhandlung „Fräulein Schneefeld & Herr Hund“ etwas über isländische Atomdichtung zu erzählen und aus dem in mehreren WordPress-Literaturblogs (zuletzt in literaturleuchtet) bereits besprochenen Gedichtband  Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können zu lesen – die relative Nähe zu Prag (schließlich liegen von Köln aus gesehen beide Städte östlich des Rheins …) hat meine Liebste und mich jedoch veranlasst, einen Bogen über Prag zu fahren, um auch dort mal wieder ein wenig nach dem Rechten zu sehen (was jetzt nicht politisch gemeint ist, das haben die Tschechen – ähnlich die Deutschen auch – bei ihren letzten Wahlen schon selber erledigt …)!

Wie sich herausstellte, war diese Entscheidung in gewissem Sinne genau die richtige, denn kaum waren wir in Prag angekommen, da wütete das Sturmtief Herwart schon auch über Tschechiens Hauptstadt hinweg und sorgte selbst in der unmittelbaren Umgebung unseres sicher geglaubten Domizils doch für eindeutige Spuren, die weggeräumt werden wollten. Von größeren Schäden – körperlichen wie auch eher seelischen –  blieben wir im Gegensatz zu manch anderen Menschen – hier wie auch in Deutschland und anderenorts – zum Glück jedoch verschont.

Tags darauf wurde ich im Zentrum von Prag allerdings von einem Pferd überrascht, das eine Wand hinab lief, was mich dann doch befürchten ließ, dass meine Wahrnehmungsfähigkeit ein wenig gelitten haben könnte …

… zumal ich auf dem Vorplatz zum Nationaltheater wenig später auch noch Marilyn zu sehen meinte – zum x-ten Mal das verflixte siebte Jahr durchlebend …

… während nebenan eine Oper dem großen, vor 20 Jahren aus dem Leben geschiedenen tschechischen Schriftsteller Bohumil Hrabal zu huldigen schien!

Im „Haus zur Schwarzen Madonna“ begegnete ich dann gen Abend zum Glück wieder etwas Handfesterem: schönstem Kubismus nämlich in Form einer Eingangstür …

… und eines Treppenhauses…

… und das alles in einer Stadt, in der Franz Kafka – hier ins Denkmal gekehrt vom Bildhauer David Černý – selbst bei Nacht strahlend leuchtet …

… und das in einer Weise, der auch der kommende Vollmond, der sich einen Weg durchs Gewölk zu bahnen sucht, kaum etwas entgegenzusetzen hat!

Fragt noch wer, warum ich so häufig in Prag bin? Na ja, letzten Zweiflern sei an der Stelle gesagt, dass ich Franz Kafka wenig später auch in Berlin begegnet bin – zusammen mit seiner Freundin Felice Bauer! Doch davon erst im 2. Teil von Prag – Berlin – Köln, demnächst in diesem Theater…

 

 

 

 

 

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Ragnar Helgi Ólafsson: Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können Elif Verlag

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Ursprünglich veröffentlicht auf literaturleuchtet:
Gleich vorab: Ein Leuchten! Hellstes Polarlichtleuchten! Beim ersten Lesen des Titels auf dem anziehenden Cover war klar: Das ist passende Lyrik für mich. Sehr selten finde ich einen Lyrikband, bei dem ich mich mit…

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Ragnar Helgi Ólafsson. Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können

„Es sind keine Trampelpfade, die Ólafsson beschreitet, sondern feine Kieswege, wenn er über die Notwendigkeit von nur wenig Gedichten etwa räsoniert. Das leise Knirschen bleibt im Ohr, wenn man diesen wunderschön gestalteten Band, der von Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer übersetzt wurde, nach vergnüglicher Lektüre wieder beiseitelegt. Es ist leise. Es ist unaufdringlich. Es ist liebenswert.“
Herzlichen Dank, Kerstin Fischer, für diesen Leseeindruck!

Rosinante Literaturblog

„Die Wirklichkeit hat angerufen, sie habe genug / von den poetischen Eingriffen des Dichters in ihre / Existenz.“ Der isländische Dichter Ragnar Helgi Ólafsson spielt in seinen Texten und Liedern mit dieser Wirklichkeit, ihrem Alltag, ihren Alltagsbewohnern und mit uns. Er führt uns an der Nase herum. Das ist ganz wörtlich zu nehmen, denkt man an das visuelle Gedicht „Der Unterschied zwischen einer Straße und einer Ringstrasse“ in diesem Lyrikband. Beim Lesen muss das Buch wieder und wieder gedreht werden.

Viele der Gedichte sind wie zarte Adern, die durch einen künstlichen, schönen Körper schimmern, der die Möglichkeiten des Menschseins immer wieder gegen das Licht des Surrealen spiegelt. Eine besondere Kunst seiner Texte liegt darin, dass dieses Surreale, das Ólafsson zu lieben scheint, ganz natürlich daherkommt. Als sei es das Normalste von der Welt. „Die meisten werden in ihrer Gegenwart einen Beruf / und einen festen Wohnsitz haben, / aber während…

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Ich weiß, Gott ist tot …

… und Nietzsche auch …

… aber von Letzterem ist uns immerhin eine gehörige Anzahl an Aphorismen geblieben, die in ihrem Wahrheitsgehalt ebenso trefflich sind, wie manche seine Aussage zu Gott erachten, die er im Aphorismus 125 der Fröhlichen Wissenschaft formuliert hat.

Eine Auswahl seiner Aphorismen hat der Steffen Verlag nun zusammengestellt – unter dem anregenden Titel Mit einer Bosheit beginne ich den Tag – heutig klar und schnörkellos illustriert von Joe Villion.

Das quadratisch gestaltete Büchlein reiht sich aufs Feinste ein in frühere Aphorismen-Sammlungen des Verlags – von Christian Morgenstern über Theodor Fontane, Arthur Schopenhauer, Frank Kafka, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz bis hin zu Texten von Jane Austen und Katharina die Große, deren Überschrift Kluge Frauen sind gefährlich zwar so manchen Mann in einem möglichen Vorurteil bestätigen mag, tatsächlich jedoch zu dessen Entlarvung gedacht ist.

Die Bildung wird täglich geringer,
weil die Hast größer wird.

Was soll überhaupt die Wissenschaft,
wenn sie nicht für die Kultur Zeit hat.

Die Wüste wächst:
Weh dem, der Wüsten birgt.

Es sind Aussagen wie diese, die ich mag – aber, ich sage es gerne, ich mag auch ihre liebevolle „Verpackung“, die der Steffen Verlag ihnen angedeihen lässt.

Wenn auch in einem deutlich kleineren Format, so steht dieses Büchlein, die Sorgfalt und ästhetische Finesse betreffend, den für denselben Verlag von Hans-Jürgen Gaudeck mit seinen Aquarellen komplementär gestalteten Selbstzeugnissen und Gedichten eines Hans Fallada und Rainer Maria Rilke oder einer Eva Strittmatter, über die ich mich bereits  – beispielhaft hier – in den „Wortspielen“ empfehlend geäußert habe, in nichts nach.

Mit einer Bosheit beginne ich den Tag ist, wie die früheren Ausgaben in der Reihe der Aphorismen-Sammlungen des Steffen Verlags, der Aufmerksamkeit wert und – da bin ich mir sicher – auch anderen als eine kleine Aufmerksamkeit, zu welchem Anlass auch immer, willkommen!

 

 

 

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