Frankfurter Buchmesse – Tag 4

Heute ist bereits der 4. Tag der Frankfurter Buchmesse. Schon am Morgen war zu erleben, dass es nun am Wochenende deutlich voller ist und dass der Kartenverkauf für heute ausgeschöpft war. Das freut mich sehr für alle Aussteller*innen und die Buchbranche. Mehrmals hörte ich von den Mitarbeiterinnen an verschiedenen Ständen „Das haben wir so vermisst. […]

Frankfurter Buchmesse – Tag 4

Herzlichen Dank, liebe Marion, lieber FindeSatz! Der ELIF Verlag, sein Verleger und ich und vor allem Poesie aus Island sehen sich in deinem prallen Beitrag so schön erwähnt! Danke!

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Lederjackenwetter. Frída Ísberg

Kerstin Fischer bespricht den Gedichtband „Lederjackenwetter“ von Fríða Ísberg. Auch das Übersetzer-Duo Gíslason/Schiffer dankt und freut sich über dieses so schöne Aufmerken!

Lyrikatelier Fischerhaus

Die Gedichte von Frída Ísberg sind wie wilder, herber Wein. Dabei ungeheuer aufrichtig und authentisch. Es dominiert eine eher verborgene Poesie, die allerdings ein gehöriges Volumen hat, um zu überzeugen: „der mensch wächst / nicht wie ein baum / sondern wie eine wiese //“. Der Stoff ist solide: die Lederjacken, der Obdachlose, der Aberglaube, der Spiegel, das schwarze Loch, der Mundwinkel. Das schafft klare Konturen, die den Versen, die Hybriden sind zwischen Essentiellem und Dichtung, eine enorme Sogkraft verleihen: „du reißt dir die pflaster ab / gehst unter menschen mit offenem hemd bis hinunter zur brust / und sagst: seht, hier ist ein schwarzes loch // ein unersättliches schwarzes loch / das sich nur eines wünscht // die anerkennung derer / die sie nicht schenken“. Obendrein sind die Strukturen stets glasklar. Und der Klangkörper ist stromlinienförmig. Es werden keine Abschweifungen geduldet, das fesselt mit starken, bunten Bändern: „der zweifel ist…

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Buchmesse Frankfurt – Auch mit Lyrik aus Island

Auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage

Einmal mehr präsentieren sich die unabhängigen Verlage mit neuen Akteuren und Büchern während der Buchmesse auf ihrer Leseinsel, die seit Jahren von der Kurt-Wolff-Stiftung ermöglicht wird, in diesem Jahr kuratiert von Carolin Callies.

Zu finden ist sie in Halle 3.1, B 105 und bietet von Mittwoch bis Sonntag einem jeden, der sich dort niederlässt, über 70 Veranstaltungen aus über 70 Verlagen, darunter auch Gespräche und Diskussionen rund ums Buch und über die Freiheit der Menschen und des Worts in Teilen der Gesellschaft und der Welt …

Dass in dem abwechslungsreichen, prallen Programm auch neu ins Deutsche übertragene Lyrik aus Island dabei sein darf, freut mich natürlich sehr. Vorstellen werde ich am Samstag um 11 Uhr Gedichte von Linda Vilhjálmsdóttir und Fríða Ísberg, die wir, das Übersetzer-Duo Gíslason/Schiffer, für den ELIF Verlag (zu finden in Halle 3.1, Stand B 66) übersetzen durften. Und es nicht auszuschließen, dass ich auch ein paar Worte über das soeben erschienene Hörbuch Das Alphabet des Feuers verlieren werde, auf dem ich die Übertragungen fünf vollständiger Gedichtbände lese, u.a. des poetischen Zyklus Das Dorf des modernen isländischen Klassikers Jón úr Vör

Das vollständige Programm der Leseinsel 2021 findet sich unter diesem LINK.

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Ein grelles Licht

Anton Helgi Jónsson im Signaturen-Magazin

Island. Sonnenaufgang

Einmal mehr veröffentlicht die Online-Literaturzeitschrift Signaturen-Magazin Gedichte isländischer Provenienz, diesmal aus der Feder von Anton Helgi Jónsson, einem Autor, der seine Leser zunehmend auch über Publikationen in den Sozialen Netzwerken erreicht.

Die beiden in der Signaturen-Reihe Wortlaut Island gezeigten Gedichte, wie alle dort ins Deutsche übertragen von mir und meinem Übersetzer-Komplizen Jón Thor Gíslason, entstammen jedoch haptischem Basismaterial, das im Folgenden zitierte dem 2020 im Verlag Mál og menning erschienenen Gedichtband des Autors Handbók um ómerktar undankomuleiðir / Handbuch der nicht gekennzeichneten Fluchtwege, das andere, das gegen Ende dieses Beitrags über einen entsprechenden Link zu erreichen sein wird, aus dem Ljóðbréf Nr. 3, dem Poesiebrief Nr. 3, im Frühjahr dieses Jahres herausgegeben von Dagur Hjartarson und Ragnar Helgi Ólafsson im Tunglið forlag, dem Mondverlag.

Hier nun das Gedicht:

 

Ein Grelles Licht

Ein grelles Licht stach mir ins Auge,

als ich auf dem Arbeitstisch am Fenster,

das nach Süden geht, ein Buch aufschlug.

 

Ich blinzelte und sah:

 

Nein, das war kein aufgeschlagenes Buch,

was da vor mir auf dem Tisch lag,

sondern frisch in alle Richtungen gefallener Schnee.

 

Draußen konnte ich mitten im Schneefeld eine Mulde erkennen.

 

Ein Schneehuhn hatte sich dort für einen Augenblick niedergelassen,

war ein paar Schritte gelaufen,

dann aber aufgeflogen,

hatte schnörkelige Buchstaben zurückgelassen, Wörter,

 

und mich,

hin und her rennend in der weißen Leere.

 

Das zweite Gedicht des Autors in der Reihe Wortlaut Island der Online-Literaturzeitschrift Signaturen-Magazin ist unter folgendem LINK zu lesen; sein Titel: Abendsein.

 

Anton Helgi Jónsson wurde am 15. Januar 1955 in Hafnarfjörður geboren, zog aber im Alter von zwölf Jahren nach Reykjavík und hat dort die meiste Zeit seines Lebens verbracht. Er lebte einige Jahre in Stockholm, wo er Philosophie und Literatur studierte. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit hat er Workshops in kreativem Schreiben gehalten, in den Bereichen Redaktion, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung gearbeitet.

Seinen ersten Gedichtband veröffentlichte Anton Helgi Jónsson 1974, seither folgten acht weitere, mehrere Theaterstücke und ein Roman. Sein derzeit letzter Gedichtband, Handbók um ómektar evaðelæðir / Handbuch der nicht gekennzeichneten Fluchtwege, erschien im Herbst 2020. Darüber hinaus hat der Autor in den letzten Jahren seine Leser vor allem durch die Veröffentlichung von Gedichten in sozialen Medien und durch Lesungen erreicht. Auch unterhält er die Website anton.is, auf der man die meisten seiner veröffentlichten Gedichte lesen kann. Für sein dichterisches Arbeiten wurde er zweimal, 2009 und 2014, mit dem Jón-úr-Vör-Poesiestab ausgezeichnet, dem Literaturpreis des gleichnamigen Lyrik-Wettbewerbs zu Ehren des isländischen Bibliothekars und Dichters Jón úr Vör (1917 – 2000).

Anton Helgi Jónsson ist verheiratet und Vater von vier Kindern; er hat neun Enkel.

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Auch ohne Tanz nahezu eine Broadway-Show: Martina Hefter und Dinçer Güçyeter gastieren im Literaturhaus Köln

Wie schön, lieber Martin Oehlen. Danke für diese Besprechung, auch wenn sie mich einmal mehr traurig macht, dass ich nicht dabei sein konnte bei diesem Abend!

Bücheratlas

Getanzt haben sie dann doch nicht. Zwar hatten Martina Hefter und Dinçer Güçyeter vorab angekündigt, mit einem solchen Tanz ihren Auftritt im Literaturhaus Köln krönen zu wollen. Doch das sei ja nur für die Werbung wichtig gewesen, sagte Dinçer Güçyeter. Außerdem sei „das Honorar viel zu wenig“. Und weiter sei geplant, in Leipzig eine gemeinsame Choreografie zu erarbeiten und damit dann Hollywood oder vielleicht doch lieber den Broadway zu stürmen. Aber sieht man einmal von diesem Rückzieher ab, bot der Abend doch jede Menge Gemeinsamkeit, wie es eben auch ein Tanz erfordert – künstlerisch und persönlich.

„Dann bist Du wieder dran“

Da haben sich nämlich zwei getroffen, die einander schätzen und einander leuchten lassen. Da herrschte Höflichkeit hoch drei. Gerade auch bei den Lesungen: „Dann bist Du wieder dran!“, sagte sie, „Lass DirZeit!“, sagte er. Rezitiert wurde aus den aktuellen…

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