An sonnenreichen Tagen

Lyrik von Margrét Lóa Jónsdóttir

Blick über Reykjavík – Foto © Wolfgang Schiffer

Wieder einmal gilt es, Dank zu sagen, Dank der Online-Literaturzeitschrift Signaturen-Magazin und ihrem Herausheber Kristian Kühn, der so beständig die uns dort gewährte Reihe Wortlaut Island mit neuen, in der Komplizenschaft Gíslason/Schiffer entstandenen Übersetzungen isländischer Dichtkunst „füttert“.

Diesmal sind es drei Gedichte der in Reykjavík lebenden Schriftstellerin Margrét Lóa Jónsdottir, die – am 8. Juli veröffentlicht – zu unserer aller Freude bereits am 9. Juli im Signaturen-Magazin zu den 10 meistgelesenen Beiträgen der letzten 7 Tage zählten.

Das erste Gedicht dieser kleinen Auswahl, die dem 2021 im Verlag Mál und menning / Sprache und Kultur erschienenen Gedichtband Draumasafnarar / Traumsammler entnommen ist, will ich hier zitieren; für die weiteren sowie für alle in der Reihe Wortlaut Island bislang erschienenen Gedichte anderer Autorinnen und Autoren klicken Sie / klickt Ihr bitte HIER.

 

Wolkensammler

 

An sonnenreichen Tagen haben wir uns ins Gras gelegt und

Wolkenbilder gesammelt.

 

Letzte Nacht hast du mich im Traum besucht.

Ich erinnere mich an eine Seereise und eine Art Saal.

Wir hatten Luftballons aufgeblasen und

ein Fest für dich organisiert, aber die Gäste

ließen auf sich warten.

– Wir halten zusammen,

erinnere ich mich, im Traum zu dir

gesagt zu haben.

 

Doch wusste ich die ganze Zeit,

du warst tot.

 

Und hier noch einmal die gesamte Reihe Wortlaut Island, zu erreichen per entsprechendem Klick.

 

Margrét Lóa Jónsdóttir, geboren 1967, studierte Isländisch und Philosophie an der Universität von Island und Philosophie an der Universität von San Sebastián in Spanien. 1985 veröffentlichte sie mit Glerúlfar / Glaswölfe ihren ersten Gedichtband, dem bis heute 10 weitere sowie ein Roman und eine CD mit ihren Gedichten in Zusammenarbeit mit dem Musiker Gímaldin folgten. Sie hat u.a. Kreatives Schreiben, Schauspiel, Kunst und Buchgestaltung unterrichtet sowie Gedichte übersetzt. Außerdem hat sie die Kunstgalerie Marló und einen gleichnamigen Verlag betrieben. 2002 erhielt sie eine Auszeichnung des Bibliotheksfonds für literarisches Schreiben, 2005 des Fjölis-Fonds des Isländischen Schriftstellerverbands. Sie lebt in Reykjavík.

 

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
Dieser Beitrag wurde unter Übersetzung, Gedichte, Isländische Literatur, Lyrik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu An sonnenreichen Tagen

  1. finbarsgift schreibt:

    Dankeschön für das starke Wolkensammlerpoem…
    LG vom Lu

Kommentare sind geschlossen.