Eine Spiegelung der Zuneigung

Nicht selten sind es die kleinen Bücher …

Am Breyeller See zu Lobberich am Niederrhein

… über die man am längsten nachdenkt, deren Gedanken, Bilder und literarische Form einen nicht loslassen. Wolfgang Schiffers Gedichtband ist ein solches Buch. 60 Seiten dünn, mit viel Weißraum – schnell gelesen, nicht mehr zu vergessen.

So beginnt vor wenigen Tagen Thomas Hoeps, Schriftsteller und Leiter des Niederrheinischen Literaturhauses in Krefeld, auf der Webseite des Hauses eine Rezension meines kleinen, im ELIF Verlag erschienenen Buchs Dass die Erde einen Buckel werfe, doch tut er dies bei ihrer weiteren Verbreitung in den sozialen Netzwerken nicht, ohne in einer Vorbemerkung auf das bis vor kurzem noch Unvorstellbare eingegangen zu sein.

Krieg in Europa. Es sind düstere Zeiten. Das Gefühl, dass Schweigen über alles andere die einzig richtige Reaktion ist. Aber dann wäre nur noch der Krieg existent. Und nicht mehr all das, was gegen ihn spricht.

Mit dem tiefen Wunsch, die Kriegstreiber mögen zur Hölle fahren, machen wir auf einen neuen Gedichtband von Wolfgang Schiffer aufmerksam, der in seiner Menschlichkeit und Liebe, aber auch seinem heiligen Zorn auf den Zustand dieser Welt, der sich als Waffe das Wort wählt, gerade jetzt gelesen sein will.

Zum Buch heißt es sodann weiter:

Die Texte verbinden eine bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurückreichende niederrheinische Vergangenheit mit unserem globalen Heute, den selbstkritischen Rückblick auf die Biografie (die eigene und die der Familie), den Zorn und die Enttäuschung über den Zustand unserer Welt, auch die Frage, ob man denn genug dagegen getan hat. Sieben Kapitel hat das Buch, eines für jeden Tag. Stets eingeleitet durch eine meist erinnernde kurze Prosaminiatur, folgen hochsprachlich sowie in einer Rekonstruktion des Lobbericher Platts aufgeteilt Listen, was es am Niederrhein der 50er Jahre zu welcher Tageszeit zu essen gab. Dann ein Langgedicht, das die Zeiten durchschreitet und zunehmend in die Gegenwart drängt, dabei zum wütenden und traurigen Lamento wird, bis sich der Leser kurz fragt, ob es noch Gedicht ist oder „nur noch“ politische Rede – aber da kommt schon der Dichter um die Ecke und stellt die Frage im Text selbst, und so zeigt sich die moderne Literatur in ihrer ganzen Vielfalt, denn sie ist alles das.

Der Autor dankt dem Rezensenten von Herzen für seine Worte. Interessierte führt dieser LINK zum vollständigen Text der Rezension.

PS: Am Abend des 12. Mai werde ich auf  Einladung des Niederrheinischen Literaturhauses in Krefeld lesen. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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