Traumbestohlen

Fünf Gedichte des isländischen Lyrikers Gyrðir Elíasson

Einmal mehr dankt das Übersetzer-Duo Gíslason/Schiffer der Online-Zeitschrift Signaturen-Magazin – diesmal auch im Namen von Gyrðir Elíasson – für die Veröffentlichung einiger Übertragungen ins Deutsche von Gedichten dieses Lyrikers aus Island. Herzlichen Dank und allen eine anregende Lektüre!

Das Titelgedicht des Bandes, dem die fünf Gedichte entnommen sind, sei hier zitiert, die weiteren in der Signaturen-Reihe Wortlaut Island hierzulande erstmals veröffentlichten, finden sich sodann in dem darunter angegebenen Link.

 

TRAUMBESTOHLEN

 

Ich habe aufgehört, mich an meine Träume zu erinnern.

Ich erinnere mich, geträumt zu haben

und ob ich gut geträumt habe

oder schlecht, aber ich erinnere mich nicht,

was es war.

 

Die Nächte sind traumlos geworden,

und dennoch voller Träume.

Tagsüber träume ich davon,

wegzugehen. Egal wohin.

 

Nur weg von diesem Drang,

weggehen zu müssen

 

Hier nun der Link, der zu weiteren Gedichten von Gyrðir Elíasson führt: Wortlaut Island.

Gyrðir Elíasson, geb. 1961 in Reykjavík, wuchs in Sauðárkrókur im Nordwesten Islands auf, lebte einige Zeit in Borgarnes und Akranes, später aber in Reykjavík, wo er an der Pädagogischen Hochschule studierte. Fast sein ganzes Erwachsenenleben lang arbeitet er bereits als freier Schriftsteller und veröffentlicht Gedichtbände, Romane und Sammlungen mit Erzählungen und Kurzgeschichten. Auch als Übersetzer ist er tätig, u.a. von Büchern über und von amerikanischen Ureinwohnern sowie Romanen des amerikanischen Schriftstellers Richard Brautigan. Für sein Werk wurde der Autor mehrfach ausgezeichnet, u.a. im Jahr 2000 mit dem Isländischen Literaturpreis und 2011 mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates. Seine Arbeiten wurden in mehrere Sprachen übersetzt und publiziert, so auch in Deutschland. Hier erschienen neben mehreren Veröffentlichungen von Gedichten und Kurzgeschichten in der Literaturzeitschrift die horen u.a. Das Blueshorn (Tregahornið, 1993), Münster, Kleinheinrich, 2001, Ein Eichhörnchen auf Wanderschaft (Gangandi íkorni, 1987), Zürich, Walde+Graf, 2011, Am Sandfluss. Pastoralsonate (Sandárbókin. Pastoralsónata, 2007), Zürich, Walde+Graf, 2011 sowie Einige allgemeine Worte über die Erkaltung der Sonne (Isländisch/Deutsch) (Nokkur almenn orð um kulnun sólar, 2009): Münster: Kleinheinrich, 2011.

Gyrðir Elíasson lebt in Reykjavík, ist verheiratet und hat drei Töchter.

 

Gyrðir Elíasson
Foto © Nökkvi Elíasson

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
Dieser Beitrag wurde unter Übersetzung, Gedichte, Isländische Literatur, Lyrik abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.