Dorf-Sheriff Kalli ist ein Philosoph wie Forrest Gump: Joachim B. Schmidts wunderbar anrührender Island-Roman „Kalmann“

Ein Wahl-Isländer sorgt für beste Unterhaltung! Der „Bücheratlas“ sagt, warum. Herzlichen Dank, Petra Pluwatsch!

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Foto: Bücheratlas

Kalmann ist der Sheriff von Raufarhöfn hoch oben im Nordosten von Island. Wir können ihn uns klein und ein wenig untersetzt vorstellen. Auf dem Kopf trägt er einen Cowboyhut, an seiner Jacke steckt ein Sheriffstern. Und die Mauser, die einst seinem amerikanischen Großvater gehörte, ist geladen. Auch wenn jeder im Ort glaubt, dass es sich dabei um eine Spielzeugpistole handelt. „Peng“, sagt Kalmann, wenn er auf etwas zielt, aber nicht abdrückt. Und alle lachen über Kalli, den „Dorfdeppen“, der mit Stühlen wirft und sich in die Hand beißt, wenn ihn jemand so nennt: einen Depp.

„Er ist etwas ganz Besonderes“

Denn Kalmann, der Titelheld des gleichnamigen Romans von Joachim B. Schmidt, ist zwar anders als andere Menschen. Ein Depp ist er nicht. Das hat schon sein isländischer Großvater immer gesagt, bevor der ins Heim musste und jetzt manchmal nicht mehr weiß, wie sein Enkel heißt: „Kalmann ist etwas…

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Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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