Ein Kunstwerk …

Hauke Harder bespricht „Der sechste Wintermonat“

Natürlich ist die Freude groß, wenn dies – die Wertung Ein Kunstwerk – über eine soeben erschienene Arbeit gesagt wird, in der doch sehr viel Herzblut steckt.

Das Herzblut der Dichterin Björg Björnsdóttir in Island, das des Übersetzer-Duos Gíslason/Schiffer, das von Jón Thor Gíslason gar in doppelter Menge, denn als Maler, der er ja ist, hat er neben der Mitübersetzung dem Ganzen auch Graphiken hinzugefügt, und nicht zuletzt das Herzblut des leidenschaftlichen Buchmachers Hendrik Liersch von der Corvinus Presse; schließlich ist er es, der Originale und Übersetzungen und Graphiken im Buchdruck hergestellt und zu 100 numerierten und signierten Exemplaren in offener japanischer Bindung zusammengefügt hat. Ja, die Freude ist groß!

Verdanken tun wir sie dem Kritiker, Blogger und Buchhändler Hauke Harder in Kiel, denn er hat in seinem Blog LESESCHATZ den Zyklus Der sechste Wintermonat als Erster rezensiert. Da heißt es u.a.:

Lyrik ist stets etwas ganz persönliches. Auf minimalem Raum birgt diese Literatur viel Spielraum und die Größe entfaltet sich beim Lesen oder Rezitieren.

Eine Reise, die durch die Naturbilder von einer schmerzenden, eingekehrten Seele erzählt, die eine Stille in den Schatten findet, um dann im Licht die Sanftheit des Augenblicks zu erfassen. Doch keimt im Sommer auch wieder ein Winter, der in einem „Und dennoch“ verklingt … Ein Kunstwerk.

Wer nun mag, kann die Rezension in Gänze hier lesen; ich will ihr nur noch ein paar Zeilen aus einem Gedicht nachschicken, aus dem Gedicht Der erste Sommermonat, denn der hat in Island bereits begonnen, zumindest wenn man, so wie es auch die Gedichte von Björg Björnsdóttir in ihren Titeln tun, den alten isländischen Kalender zugrunde legt …

 

Aber in der Abendsonne

fließen Schneekörner träge dahin.

Die Goldregenpfeifer sind schlafen gegangen,

die Küstenschwalben sind ruheloser,

die Gänse still.

 

Der Hund läuft den Kristallen nach.

 

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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