Nicht in der Arbeitsbeschreibung

Poetry-Clip Nr. 14 oder 15? / ELIF Verlag

Mit Ragnar Helgi Ólafsson (l.) bei einer Lesung in der Chocolaterie und Buchhandlung Fräulein Schneefeld und Herr Hund, März 2020 in Berlin
Foto © n.n. (bitte melden)

Dass die Reihe der Poetry-Clips, die der ELIF Verlag vor etwa einem Jahr initiiert und auf seine Verlagsseite sowie in soziale Netzwerke zu stellen begonnen hat, nach einer längeren Pause wieder Fahrt aufnimmt, habe ich vor wenigen Tagen mit dem Hinweis auf den Clip zu Julia Dathe und ihrem Gedichtband 1 bereits ankündigen dürfen.

Nun folgt überraschend zeitnah bereits ein weiterer kleiner Poesiefilm (Nr. 14 oder Nr. 15, ich habe den Überblick verloren …) zu einer Publikation des Verlags – und ich kann und will nicht meine Freude darüber verbergen, dass er sich einem Gedichtband widmet, der mir persönlich ganz besonders am Herzen liegt, dem Band Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können von Ragnar Helgi Ólafsson.

Mit diesem Gedichtband, den ich zusammen mit meinem isländischen Malerfreund Jón Thor Gíslason 2017 aus dem Isländischen übersetzt habe, begann die Zusammenarbeit mit dem ELIF Verlag, die inzwischen bereits auf vier isländische Titel im Verlagsprogramm (u. a. der Story-Band Handbuch des Erinnerns und Vergessens vom selben Autor) zurückblicken kann. Weitere werden folgen, bereits Ende März dieses Jahres wird der Gedichtband das kleingedruckte von Linda Vilhjálmsdóttir erscheinen; weitere Lyrikveröffentlichungen sind für Herbst 2021 und für 2022 folgende verabredet.

Zu dem zweisprachig edierten Gedichtband Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können, woraus ich einigen Gedichten in dem folgenden Poetry-Clip auch noch meine deutsche Stimme geben durfte, heißt es in der seinerzeitigen Programmbroschüre des Verlags:

Lieder und Texte nennt Ragnar Helgi Ólafsson im Untertitel die Gedichte seines ersten Lyrikbandes, für den er in seiner Heimat Island mit dem angesehenen Tómas-Guðmundsson-Poesie-Preis ausgezeichnet wurde. Damit nimmt er ihnen sogleich jegliche Schwere, die der Dichtkunst bisweilen nachgesagt wird. Tatsächlich haftet seiner Reise durch Raum und Zeit, durch Vergangenheit und Zukunft, durch Physik, Philosophie und schwarze Magie eine erfrischende Leichtigkeit an, die jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, dass die – wie die vom Autor selbst realisierte Grafik des Buches – konzeptionell aufleuchtend klar durchdachten Gedichte uns wahrlich existentielle Fragen stellen: Was ist wahr? Was ist falsch? Wie vergewissern wir uns unserer Identität in einer Welt, in der nichts sicher ist, nichts stabil, sondern alles in unaufhörlicher Bewegung.

An dieser Aussage hat sich auch heute, wo der Band bereits in der 3. Auflage vorliegt, nichts geändert. Wie zur Unterstützung sagt u. a. die Kritikerin Birgit Böllinger in ihrem Literaturblog Sätze&Schätze:

Der erste Lyrikband von Ragnar Helgi Ólafsson: Surreal, leise melancholisch, humorvoll, schalkhaft und traumwandlerisch schön.

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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