Vom Alpenverein bis zur Raketenstation: Thomas Klings Werke in vier Bänden mit vielen unveröffentlichten Texten

Ich hatte die große Freunde, den noch am Beginn seines literarischen Schaffens und Durchbruchs stehenden Thomas Kling 1986 mit einigen seiner frühen Gedichte in der Anthologie Heimat und Geschwindigkeit in der Edition Pestum vorstellen zu können – jetzt ist sein Gesamtwerk in einer vierbändigen Werkausgabe erschienen, die Martin Oehlen im Blog Bücheratlas zu Recht lobt und preist …

Bücheratlas

Auf der ehemaligen Raketenstation Hombroich in Neuss wohnte Thomas Kling in den letzten Jahren seines Lebens – in einem Flachbau, zu dem dieser Aussichtsturm gehört. Foto: Bücheratlas

Ich will ‚attacca‘ schreiben, solang die Kraft reicht.“ Thomas Kling (1957–2005) notierte diesen Satz im Jahre 1984 handschriftlich auf einer Fotokopie. Was bei diesem Vorsatz herausgekommen ist, lässt sich nun aufs Schönste in einer vierbändigen Werkausgabe nachlesen. Sie versammelt nicht nur sämtliche Einzelveröffentlichungen in der Eremiten-Presse, im DuMont Literaturverlag und bei Suhrkamp. Auch finden sich darin zahlreiche abseits oder gar nicht publizierte Texte – zumeist Fundsachen aus dem Thomas-Kling-Archiv. Auf einen Schlag wird das bislang auf knapp 1500 Buchseiten vorliegende Werk um 850 Seiten erweitert. So viel Thomas Kling gab es noch nie. Dem Autor, dem das „attacca“ ein Arbeitsprinzip war, entspricht dieser offensive Ansatz zutiefst.

Nur kurz war das Leben des Schriftstellers, der 1957 in Bingen am Rhein geboren wurde, in Hilden…

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Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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