das licht ein platzfreches kind

Neue Lyrik und Kurzprosa aus Island

Zwei von zehn Fotografien von Gísli Már Gíslason

Ab Montag, den 30. November, ist er im Handel, der aktuelle Band der Literaturzeitschrift die horen: allen Winden offen.

Was besonders freut: Mit dem Kapitel das licht ein platzfreches Kind enthält der 270 Seiten starke Band diesmal auch 60 Seiten, die Island gewidmet sind, zusammengestellt und  mit Förderung des Icelandic Literature Center ins Deutsche übertragen von dem Übersetzer-Duo Gíslason/Schiffer.

Enthalten sind in diesem Kapitel, das als Titel eine Zeile aus einem Gedicht von Fríða Ísberg variiert, neben Texten der genannten Autorin weitere Gedichte von Ásta Fanney Sigurðardóttir, Dagur Hjartarson, Sigurbjörg Þrastardóttir, Valdimar Tómasson, Ragnar Helgi Ólafsson, Steinunn Sigurðardóttir und Linda Vilhjálmsdóttir.

Außerdem zeigt das Kapitel poetische Kurzprosa von Sveinn Yngvi Egilsson, eine Erzählung von Páll Kristinn Pálsson sowie 10 Fotos von Gísli Már Gíslason, Eindrücke von Reykjavík und der näheren Umgebung während des dortigen Lockdowns …

Zwei weitere Fotos von Gísli Már Gíslason

Die letzte umfangreichere Veröffentlichung der horen zu Island liegt gut neun Jahre zurück. Damals erschien mit der Nummer 242 Bei betagten Schiffen / Islands Atomdichter, ein kompletter, mehr als 400 Seiten starker Band, der den Neuerern der isländischen Poesie nach dem 2. Weltkrieg gewidmet war.  Noch in der Herausgeberschaft der horen von Johann P. Tammen durfte ich diesen Band, der in wenigen Exemplaren auch heute noch erhältlich ist, damals herausgeben, zusammen mit meinem in diesem Jahr leider verstorbenen isländischen Freund Eysteinn Þorvaldsson.

Im Vorwort zur aktullen Ausgabe haben die heutigen Herausgeber der horen, Andreas Erb und Christof Hamann, ein Zitat von mir eingebunden, das auf den früheren Band Bezug nimmt. Dort sage ich:

Ging es in Band 242 darum, die maßgeblichen Modernisierer der isländischen Lyrik, die sogenannten Atomdichter, vorzustellen und einen ersten Einblick zu geben in die Arbeit von Dichterinnen und Dichtern der nachfolgenden Generation, so versteht sich dieses Island-Kapitel als eine Art „Brückenschlag“ zwischen der damals noch jungen Generation und der Bandbreite poetischen Schaffens junger Dichterinnen und Dichter in Island heute. So spannt sich der Bogen von neuen Arbeiten Steinunn Sigurðardóttirs, im Band 242 bereits mit Gedichten und einer Würdigung der Atomdichter vertreten, oder einem aktuellen poetischen Corona-Zyklus von Linda Vilhjálmsdóttir bis hin zu den jungen Schriftstellerinnen Fríða Ísberg und Ásta Fanney Sigurðardóttir und Dagur Hjartarson (…). Natürlich bedenkt die Auswahl nicht alle, die es zum Beleg der außerordentlichen Vitalität isländischer Poesie verdienten, hier gezeigt zu werden, natürlich ist sie auch ein wenig dem Zufall geschuldet, dem, was mir in letzter Zeit von den rund 50 Lyrikpublikationen in Island pro Jahr kenntlich geworden ist.

Und schließlich endet das Zitat mit dem Wunsch:

Doch würde ich mich freuen, wenn die hier gezeigten Texte (…) zumindest einen ersten Eindruck vom derzeitigen Stand des poetischen Schaffens auf der Insel im Nordmeer vermittelten.

Natürlich kann ein jeder, der nun neugierig geworden sein sollte auf den horen-Band 280, der die Leserinnen und Leser über das Island-Kapitel hinaus auch mit neuen Texten von Tereza Präauer, Hans Pleschinski, Gunther Geltinger, Safiye Can und vielen weiteren Autorinnen und Autoren bekannt macht, diesen auch online bestellen: Der Verlag weist auf seiner Webseite ausdrücklich auf diese Möglichkeit hin.

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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