Hüseyin Yurtdas: Der Verkrochene (ELIF Verlag)

Wenn man ein Buch lektorieren durfte und es am Ende einer Besprechung dieses Buches heißt: „Es ist kein bequemes Buch aus dem ELIF Verlag, man kann sich nicht hineinlegen und sich erfreuen. Aber lesen sollte man es unbedingt“, so freut das eben auch den Lektor! Herzlichen Dank, liebe Petra Lohrmann!

morehotlist

Der Verkrochene des türkischen Autors Hüseyin Yurtdas trägt die Bezeichnung „Roman“ – eine Handlung im klassischen Sinne hat er nicht. Es wird keine Geschichte erzählt, es finden keine Dialoge statt. Die Anzahl der Figuren ist sehr begrenzt. Übermächtig ist ein männliches Ich, das in kurzen Abschnitten von sich und seinen Gedanken erzählt.

Es taucht ein merkwürdiger Freund auf, es gibt einen Mitbewohner während der Studentenzeit, es gibt eine junge Frau, die ihm für kurze Zeit gefällt. Der Ort ist seine heruntergekommene Wohnung, ein wenig bewegt er sich durch eine Stadt, selten geht er in eine Kneipe, noch seltener besucht er den seltsamen Freund, der auch eher mit sich selbst beschäftigt ist.

Immer wieder kommt der Protagonist auf seine Familie zu sprechen – sie scheint ein Quell des Übels zu sein. Der Großvater ist ein „Schuft“, der Vater ein „Schwindler“, die Mutter verwehrt ihm sogar die Brust…

Ursprünglichen Post anzeigen 289 weitere Wörter

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
Dieser Beitrag wurde unter Übersetzung, Belletristik, Literatur, Roman abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.