Zugehörig. Dichter*innen im Gespräch

Das Lyrikhaus Joachimsthal lädt zu einem poetischen Sommerfest ein.

Das Lyrikhaus Joachimsthal – Ausschnitt eines Fotos auf seiner Webseite

Weit über Joachimsthal hinaus, der brandenburgischen Kleinstadt am Rande der Schorfheide, ist das Lyrikhaus, das der Schriftsteller und Kulturjournalist Gisbert Amm hier seit 2016 betreibt, ein Begriff. Mit seinem Konzept aus Buchhandlung, Antiquariat, Lesecafé und der Edition Lyrikhaus erfüllt es alle Erwartungen eines literatur-affinen Menschen, insbesondere desjenigen, der sich für Dichtkunst, für Poesie interessiert – engagiert es sich doch insbesondere für Lyrik und für Bücher mit thematischem Bezug zu Lyrik, wie Biografien, Romane über Dichter, Literaturtheorien etc.

Ein besonderes Augenmerk des Lyrikhauses gilt dabei den kleineren unabhängigen Verlagen und deren aktuellen Publikationen, die sich nur allzu häufig in „normalen“ Buchhandlungen leider nicht finden lassen, doch auch antiquarische Gedichtbücher aus vielen Epochen finden sich hier in den Regalen.

Natürlich waren in den letzten Monaten – wie allerorts – die Möglichkeiten des Lyrikhauses  durch die Corona-Krise äußerst eingeschränkt; die Buchhandlung war weitgehend geschlossen, öffentliche Veranstaltungen, Lesungen fanden nicht statt. Und immer noch verbietet die Gefahr, die ungemindert von dem Virus ausgeht, viele der gewohnten Aktivitäten. Umso erfreulicher ist es, dass das Lyrikhaus Joachimsthal nun, bei strengen Hygiene- und Abstandsregeln, in etwa einem Monat, genauer, am 22. August um 19 Uhr bis 23 Uhr zu einem poetischen Sommerfest einlädt – bei gutem Wetter im Hof des Hauses, bei schlechtem im Joachimsthaler Kulturhaus Heidekrug, das ausreichend Platz für Sicherheitsabstände bietet.

Unter dem Titel Zugehörig. Dichter*innen im Gespräch kommen an dem Abend gleich acht Dichterinnen und Dichter des ELIF Verlags aus Nettetal bei Krefeld nach Joachimsthal, einschließlich des Verlagsgründers Dinçer Güçyeter: Özlem Özgül Dündar, Julia Dathe, Monika Vasik, Anke Glasmacher, Thorsten Krämer, Jonis Hartmann – und ja, auch ich darf mich als Achter glücklich schätzen, dabei zu sein, quasi als Stimme der isländischen Poesie, die im ELIF Verlag auch zur Freude der Isländer selbst ja einen nicht gerade unbedeutenden Platz hat.

Und Musik gibt es an dem Abend natürlich auch; die kommt von Zhenja Oks und Elisabeth Ruhe.

Der Eintritt kostet 15 Euro. Wer Tickets vorab bestellen möchte, findet hier die entsprechende Möglichkeit.

Zugehörig. Dichter*innen im Gespräch findet im Rahmen des Programms Und seitab liegt die Stadt statt, eines Förderprogramms der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin. Dahinter steht ein Projekt, in dem bundesweit literaturbezogene Veranstaltungen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder in Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern ermöglicht werden. Ziel hierbei ist es, generell das kulturelle Leben im ländlichen Raum zu unterstützen, die Literaturvermittlung zu stärken und möglichst vielen Menschen Möglichkeiten zu eröffnen, kulturelle und gesellschaftliche Debatten mitzugestalten.

Hoffen wir, dass die weitere Entwicklung der Pandemie das Poesiefest in Joachimsthal und somit ein weiteres praktisches Umsetzen dieser  Ziele zulässt!

Das Plakat zum poetischen Sommerfest im Lyrikhaus Joachimsthal

 

 

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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