Der Traum in uns – die Frankfurter Buchmesse 2019 / Teil 1

Ein persönlicher Rückblick in Bildern und Kurzkommentaren

Die Frankfurter Buchmesse – Blick auf die Halle 4

Es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste Mal, dass ich die Frankfurter Buchmesse an allen Tagen miterleben konnte – von Mittwochmorgen bis Sonntagabend.

Der Grund lag in der Einladung des ELIF Verlags, seinen Stand in der Halle 4.1 / G51, in geteilter Nachbarschaft mit dem Verlag kookbooks, ein wenig mit „betreuen“ zu dürfen.

Allerdings konnte der Aufbau nicht wie üblich bereits am Dienstagabend stattfinden, sondern erst am Mittwoch, dem ersten Messetag für die Fachbesucher. Am Dienstagabend waren der Verleger Dinçer Güçyeter und ich noch mit dem norwegischen Dichter Knut Ødegård in Bonn in der Röttgener Buchhandlung auf einer Lesung unterwegs, in der der im ELIF Verlag erschienene Gedichtband Die Zeit ist gekommen präsentiert wurde. Zusammen mit Knut und seiner Frau, der legendären isländischen Chordirigentin Þorgerður Ingólfsdóttir, sind wir dann im Anschluss in der Nacht nach Frankfurt gefahren.

In der Röttgener Buchhandlung: (v.l.n.r.) der Moderator des Abends, Thomas Fechner-Smarsly, die Übersetzerin Åse Birkenheier und der norwegische Dichter Knut Ødegård.

Der Stand des ELIF Verlags war am nächsten Morgen schnell aufgebaut, allerdings hatte die Messe noch kein Schild mit dem Verlagsnamen bereitgestellt. Die Wartezeit nutzte der Verleger persönlich, um ein wenig dem Nachbarn zur Linken beim weiteren Aufbau dessen Standes zur Hand zu gehen, zumal es sich mit dem Kampa Verlag hier um den deutschsprachigen Verleger der frisch gekürten Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk handelte.

Der Verleger des noch namenlosen ELIF Verlags reckt sich bei Kampa …

… und stellt (warum nur?) eine Schreibmaschine ins dortige Bücherregal.

Detailansicht des ELIF Standes, u.a. mit drei Titeln isländischer Poesie übers Eck in einer Reihe.

Ich meinerseits nutze die Wartezeit zu einem ersten Abstecher in den Pavillon des diesjährigen Gastlandes Norwegen, der unter dem Slogan Der Traum in uns angetreten war, dem deutschen Lesepublikum den Reichtum der Literatur seines Landes zu präsentieren.

Davon konnte auch hier gleich zu Beginn einmal mehr Knut Ødegård Zeugnis ablegen; zusammen den Dichterinnen Synøve Persen und Gro Dahle war er eingeladen, aus dem Original des Bandes Die Zeit ist gekommen zu lesen. Die Übersetzungen der Gedichte wurden jeweils auf einem großen Bildschirm eingeblendet; zudem lag die deutschsprachige Fassung auf einem Büchertisch zur Ansicht und bei der Buchhandlung „Land in Sicht“ zum Kauf aus.

Knut Ødegård inmitten seiner Kolleginnen und der Moderatorin Janicken von der Fehr (l.) …

… und sein Gedichtband „Die Zeit ist gekommen“ neben anderer Literatur aus Norwegen.

Der Pavillon des Gastlandes in größerer Ansicht – eher informativ kühl, doch über die ausgestellten Bücher doch reich an Bildern.

Zurück beim Stand des ELIF Verlags in der Halle der unabhängigen Verlage wartete eine Überraschung: Das Namensschild war geliefert worden – allerdings hatte wer auch immer den Namen, einen Buchstaben aus dem arabischen Alphabet mit der Bedeutung Anfang, deutlich eingedeutscht: Der ELIF Verlag hieß von nun ab ELFI.

Stolze Präsentation des neuen Verlagsnamens durch den Dichter und Verleger Dinçer Güçyeter.

Am Abend des ersten Tages schickte der Verleger mich dann trotz der geänderten Vorausetzungen für den ELIF Verlag auf die Bühne. Im Lesezelt fand die Verleihung des Preises der Hotlist 2019 unter den zehn herausragenden Titeln aus den unabhängigen Verlagen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz stattt, und ELIF zählte und zählt immer noch mit dem von dem Übersetzerteam Gíslason/Schiffer übertragenden Gedichtband Gedichte erinnern eine Stimme des Isländers Sigurður Pálsson zu diesen zehn. Der Preis ging an die Edition Nautilus, der herzlich zu gratulieren ist, doch wurden auch alle anderen neun Bücher noch einmal besonders vorgestellt.

Im Gespräch mit Axel von Ernst zum Gedichtband „Gedichte erinnern eine Stimme“. Foto: Dinçer Güçyeter

Die Damen der Edition Nautilus. Herzlichen Glückwunsch zum Preis der Hotlist 2019.

Der Donnerstagmorgen dann ließ den Herrn Verleger wieder aufatmen: ELFI hieß wieder ELIF. Allerdings war ihm über Nacht bereits eine Idee gekommen, wie aus der vorübergehenden Namensänderung womöglich noch Ruhm und Ehre zu gewinnen sei: Vielleicht sollte man im ELIF Verlag zukünftig eine Edition ELFI herausgeben, darin ausschließlich klare Mädchenliteratur. Eine erster Titel war auch schnell gefunden: Elfi Briest.

So viel Rückblick für heute! Fortsetzung folgt …

Der Verleger richtungsweisend. (Alle Fotos, wenn nicht anders vermerkt, Wolfgang Schiffer)

 

 

Über Wolfgang Schiffer

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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6 Antworten zu Der Traum in uns – die Frankfurter Buchmesse 2019 / Teil 1

  1. letteratura schreibt:

    Sehr gespannt auf die Edition ELFI 😉

  2. finbarsgift schreibt:

    Dankeschön für deinen feinen Bericht. Klingt nach ein paar interessanten Tagen. Und Norwegen ist ja von Island nicht weit …
    Herzliche Grüße vom Lu

  3. maribey schreibt:

    Sehr gerne gelesen. Bei mir gab es gestern auch Tag 1 der Buchmesse 🙂 Da sind wir uns sicherlich mehrmals unerkannt begegnet.

  4. Pingback: Der Traum in uns – die Frankfurter Buchmesse 2019 / Teil 2 | Wortspiele: Ein literarischer Blog

  5. Maria schreibt:

    … kichert vor sich hin … Elfi Briest!!!
    Einer der vergnüglichsten fbm-Berichte, die ich kenne – danke dafür!

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