Prag – Berlin – Köln: 1. Teil

Eine kleine Fotoreise

Prag bei Nacht

Ich weiß, es könnte ein leichtes Aufstöhnen geben: Schon wieder Prag! Was will der Mensch denn nur so häufig dort? Und warum erzählt er uns dann auch noch davon?

Nun, diesmal sollte es eigentlich nach Berlin gehen. Dort war ich freundlicherweise eingeladen, in der Chocolaterie & Buchhandlung „Fräulein Schneefeld & Herr Hund“ etwas über isländische Atomdichtung zu erzählen und aus dem in mehreren WordPress-Literaturblogs (zuletzt in literaturleuchtet) bereits besprochenen Gedichtband  Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können zu lesen – die relative Nähe zu Prag (schließlich liegen von Köln aus gesehen beide Städte östlich des Rheins …) hat meine Liebste und mich jedoch veranlasst, einen Bogen über Prag zu fahren, um auch dort mal wieder ein wenig nach dem Rechten zu sehen (was jetzt nicht politisch gemeint ist, das haben die Tschechen – ähnlich die Deutschen auch – bei ihren letzten Wahlen schon selber erledigt …)!

Wie sich herausstellte, war diese Entscheidung in gewissem Sinne genau die richtige, denn kaum waren wir in Prag angekommen, da wütete das Sturmtief Herwart schon auch über Tschechiens Hauptstadt hinweg und sorgte selbst in der unmittelbaren Umgebung unseres sicher geglaubten Domizils doch für eindeutige Spuren, die weggeräumt werden wollten. Von größeren Schäden – körperlichen wie auch eher seelischen –  blieben wir im Gegensatz zu manch anderen Menschen – hier wie auch in Deutschland und anderenorts – zum Glück jedoch verschont.

Tags darauf wurde ich im Zentrum von Prag allerdings von einem Pferd überrascht, das eine Wand hinab lief, was mich dann doch befürchten ließ, dass meine Wahrnehmungsfähigkeit ein wenig gelitten haben könnte …

… zumal ich auf dem Vorplatz zum Nationaltheater wenig später auch noch Marilyn zu sehen meinte – zum x-ten Mal das verflixte siebte Jahr durchlebend …

… während nebenan eine Oper dem großen, vor 20 Jahren aus dem Leben geschiedenen tschechischen Schriftsteller Bohumil Hrabal zu huldigen schien!

Im „Haus zur Schwarzen Madonna“ begegnete ich dann gen Abend zum Glück wieder etwas Handfesterem: schönstem Kubismus nämlich in Form einer Eingangstür …

… und eines Treppenhauses…

… und das alles in einer Stadt, in der Franz Kafka – hier ins Denkmal gekehrt vom Bildhauer David Černý – selbst bei Nacht strahlend leuchtet …

… und das in einer Weise, der auch der kommende Vollmond, der sich einen Weg durchs Gewölk zu bahnen sucht, kaum etwas entgegenzusetzen hat!

Fragt noch wer, warum ich so häufig in Prag bin? Na ja, letzten Zweiflern sei an der Stelle gesagt, dass ich Franz Kafka wenig später auch in Berlin begegnet bin – zusammen mit seiner Freundin Felice Bauer! Doch davon erst im 2. Teil von Prag – Berlin – Köln, demnächst in diesem Theater…

 

 

 

 

 

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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6 Antworten zu Prag – Berlin – Köln: 1. Teil

  1. Angelika Schramm schreibt:

    Erfrischend, – es lebe die Vielfalt Deiner Blog-Beitäge! Vielen Dank, lieber Wolfgang.

  2. wildgans schreibt:

    Das Foto vom Treppenhaus ist so famos, dass ich es mir als Bildschirmhintergrund genommen habe!
    In Prag kann man nicht oft genug sein! –

    • schifferw schreibt:

      Wie schön! Das freut mich sehr, dass es derart freut! Ich finde dieses Treppenhaus ebenfalls sehr beeindruckend!

  3. aber nein, da ist kein Stöhnen angebracht – Prag ist so vielfältig, dass man immer etwas noch nicht gesehenes entdecken kann!

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