Ragnar Helgi Ólafsson. Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können

„Es sind keine Trampelpfade, die Ólafsson beschreitet, sondern feine Kieswege, wenn er über die Notwendigkeit von nur wenig Gedichten etwa räsoniert. Das leise Knirschen bleibt im Ohr, wenn man diesen wunderschön gestalteten Band, der von Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer übersetzt wurde, nach vergnüglicher Lektüre wieder beiseitelegt. Es ist leise. Es ist unaufdringlich. Es ist liebenswert.“
Herzlichen Dank, Kerstin Fischer, für diesen Leseeindruck!

Rosinante Literaturblog

„Die Wirklichkeit hat angerufen, sie habe genug / von den poetischen Eingriffen des Dichters in ihre / Existenz.“ Der isländische Dichter Ragnar Helgi Ólafsson spielt in seinen Texten und Liedern mit dieser Wirklichkeit, ihrem Alltag, ihren Alltagsbewohnern und mit uns. Er führt uns an der Nase herum. Das ist ganz wörtlich zu nehmen, denkt man an das visuelle Gedicht „Der Unterschied zwischen einer Straße und einer Ringstrasse“ in diesem Lyrikband. Beim Lesen muss das Buch wieder und wieder gedreht werden.

Viele der Gedichte sind wie zarte Adern, die durch einen künstlichen, schönen Körper schimmern, der die Möglichkeiten des Menschseins immer wieder gegen das Licht des Surrealen spiegelt. Eine besondere Kunst seiner Texte liegt darin, dass dieses Surreale, das Ólafsson zu lieben scheint, ganz natürlich daherkommt. Als sei es das Normalste von der Welt. „Die meisten werden in ihrer Gegenwart einen Beruf / und einen festen Wohnsitz haben, / aber während…

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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3 Antworten zu Ragnar Helgi Ólafsson. Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können

  1. wolkenbeobachterin schreibt:

    klingt interessant. danke fürs vorstellen.

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