Zum Frühjahr 3 x Lyrik im Elif Verlag

Doch hier nur ein Beitrag in memoriam Michael Starcke

Elif Verlag

Gestern erhielt ich von Dinçer Güçyeter, Lyriker und Leiter des Elif Verlags im niederrheinischen Nettetal, in der Literaturszene inzwischen bestens bekannt für sein Engagement in Sachen Lyrik und für seine sorgfältige und künstlerisch überzeugende Gestaltung seiner Poesie-Publikationen, die drei frisch erschienenen Gedichtbände des Frühjahrprogramms 2016 zugeschickt:

Ein Satz mit Rot von Rolf Birkholz
Blaue Wildnis von Nico Feiden mit Illustrationen von Giacomo
Das Meer ist ein alter Bekannter, der warten kann von Michael Starcke

Während ich heute Morgen bei einem ersten Blättern und Einlesen bereits überlege, wie ich die drei Publikationen möglicherweise in einem Beitrag demnächst vorstellen kann, wird bekannt, das einer der drei Autoren gestern, am 19. Februar 2016 gestorben ist: Michael Starcke.

In der Mitteilung des Elif Verlags heißt es dazu:

Gestern hat sich der Lyriker Michael Starcke mit 66 Jahren von der Welt verabschiedet. Mit Michael verlieren wir einen Freund, einen Gefährten. Seine emotionale Intelligenz, seine Freundschaft und vor allem seinen neuen, star(c)ken Wortbilder werden uns fehlen. Danke für all das Schöne, lieber Michael…

das-meer
Hinter Michael Starckes Tod muss auch meine Überlegung einer Würdigung seines neuen Gedichtbandes zusammen mit den beiden weiteren aktuellen Bänden aus dem Elif Verlag zurückstehen. Stattdessen sei hier im Gedenken an ihn nur ein Gedicht zitiert – aus diesem seinem letzten Band, der nur einer von annähernd dreißig ist, die der 1949 in Erfurt geborene und später in Bochum beheimatete Schriftsteller seit 1979 publiziert hat.

im zeitspalt

im zeitspalt
zwischen den jahren,
ist es, als stände man
auf einem leuchtturm,
dessen starkes licht
die dunkelheit durchkämmt
von zukunft
und vergangenheit
zwischen den polen
erinnern und vergessen

in dieser höhe,
dem himmel näher,
flüstert der wind nicht.
stürmend schreit er
gegen die vergeblichkeit an,
bedeutend,
unbedeutend
wie das tiefe meer
oder wie der leuchtturmwärter,
der sich manchmal
verwundert die augen reibt.

obwohl er den tod,
das geburtsmal,
und die schwere des lebens
kennt, verzweifelt er weder
am rettungsanker
sternenklarer nächte
noch, spiegelputzend,
am sinn seiner arbeit.

Michael Starckes Gedichte zu lesen, hilft vielleicht nicht, seinen Tod zu verstehen, aber es hilft, den Gestorbenen nicht zu vergessen…

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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