Die Siebente Elegie

Nochmals Jiří Orten…

Ausschnitt der Gedenktafel zu Jiří Orten an dessen Geburtshaus in Kutná Hora

Ausschnitt der Gedenktafel zu Jiří Orten an dessen Geburtshaus in Kutná Hora

Ich lese soeben (wohl zum dritten Mal) den Gedichtzyklus Elegien / Elegie des tschechischen Dichters Jiří Orten, 2011 in der Übersetzung von Peter Demetz erschienen im Arco Verlag. Auch mache ich mir Notizen für eine Besprechung, die in der Oktoberausgabe der Netz-Literaturzeitschrift kalmenzone erscheinen soll…

Arco Elegien
Der jüdische Dichter vollendete die insgesamt neun Klagelieder über eine verlorene Liebe, ja ein verlorenes Leben, das voller Angst und Todesahnung doch nach Anzeichen für Hoffnung sucht, kurz vor seinem Tod mit 22 Jahren. Erscheinen konnten sie in seinem von den deutschen Nationalsozialisten okkupierten Heimatland jedoch nicht mehr – sie erschienen erst posthum 1946.

Die Lektüre dieses zentralen Werks des in Kutná Hora geborenen Dichters (über meine Spurensuche in seiner Geburtsstadt habe ich in meinem Beitrag Staubwolken wirbeln hinterm Henkerskarren schon berichtet…) macht wehmütig, bisweilen ist sie sogar schmerzhaft.

Welches Leid der Dichter wohl selbst empfunden hat, davon spricht vor allem die siebte Elegie. Trost und Linderung waren ihm womöglich nur die Poesie. Und so heißt es an einer Stelle:

Smrt mlčí před verši. / Der Tod schweigt vor Gedichten.

Welch ein Satz! Ich bin sicher, er wird mich immer begleiten!

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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