Zum „Welttag des Buches“ …

… seien zwölf eigene Zeilen erlaubt …

Welttag des Buchs
Geschrieben habe ich das folgende Gedicht wohl Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre – jedenfalls ist es 1983 in meinem vom Claassen Verlag publizierten Gedichtband Kalt steht die Sonne erschienen.

An der hierin zum Ausdruck kommenden Haltung hat sich seither nicht viel geändert.
An den Gründen für diese Haltung, so fürchte ich, auch nicht …

Seit ich meine Hände zählte,

die Beine, die Ohren, die Augen,
den Mund, und einsehen musste,
es werden nicht mehr,
lerne ich Sätze auswendig,
Gedichte Romane,
denn dem Feuer, das
uns vertreiben wird, wenn
über unseren Köpfen
das Dach einstürzt,
widersteht nur das Paradies
in unseren Köpfen.

Veröffentlicht wurde der Gedichtband seinerzeit auch in einer limitierten Leinenausgabe von 80 Exemplaren, zusätzlich zu den drei Zeichnungen des normalen Bandes jeweils ausgestattet mit einer Originalradierung meines Malerfreundes Karl Josef Berger.

Kalt steht die Sonne

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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4 Antworten zu Zum „Welttag des Buches“ …

  1. Angelika Schramm schreibt:

    Leider bleibend aktuell, auch wenn sich die ewige Optimistin in mir dagegen wehrt. Danke, lieber Wolfgang!

    • schifferw schreibt:

      Die Haltung ist ja auch völlig richtig – man muss sie trotz besseren Wissens unbedingt beibehalten!

  2. Walter Mik schreibt:

    „Das Paradies im Kopf“, was will man mehr? Daran arbeiten wir doch alle, jeder mit seinem Medium, mal mit mehr, mal mit weniger gutem Erfolg. Prekär wird es ja erst, wenn man auch im eigenen „Oberstübchen“ Feuer unter dem Dach hat. Doch wer kennt dieses Gefühl nicht …
    Von Herzen
    Walter

    • schifferw schreibt:

      Danke, lieber Walter! Lass uns hoffen, dass sich das von Dir gemeinte Feuer kreativ bändigen lässt – dann kann sogar was Gutes daraus entstehen… Gute Grüße, Wolfgang

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