In der Stadt, wo du lebst…

Hans Bender in Köln

Im Kölner Volksgarten © Wolfgang Schiffer

Im Kölner Volksgarten © Wolfgang Schiffer

Vor vielen Jahren gab es sie bereits einmal: die Schriftenreihe Literatur in Köln, kurz LiK genannt, herausgegeben von der Stadtbücherei Köln. Auch ich hatte damals, 1985, die Ehre, zu den Kölner Autoren zu gehören, die hier im Zeitungsformat auf gelbem Papier vorgestellt wurden.

Jetzt haben die Stadtbibliothek, ihr Literatur-in-Köln-Archiv und Heinrich-Böll-Archiv an diese Tradition angeknüpft und ein erstes neues Lik veröffentlicht, herausgegeben von der Leiterin der Archive, Dr. Gabriele Ewenz, erschienen, nunmehr als veritable Buch-Broschur, im Verlag der bekannten Kölner Buchhandlung Klaus Bittner.

Vorgestellt wird im ersten Exemplar der neu aufgelegten Schriftenreihe der Schriftsteller, Kritiker, Herausgeber und Redakteur Hans Bender – und das in seinem spezifischen Verhältnis zu der Rheinmetropole. Hierhin verschlug es ihn gegen Ende der 50er Jahre, als er die Leitung des Feuilletons der in Köln ansässigen Deutschen Zeitung und Wirtschafts-Zeitung übernahm.

Das alte und das neue LiK

Das alte und das neue LiK

Ich kenne Hans Bender ein wenig persönlich – zu meinem ersten, längst vergriffenen Gedichtband Kalt steht die Sonne hat er sogar ein paar Zeilen für das Rücken-Cover verfasst – und umso größer war mein Vergnügen, nun nachlesen zu können, wie er, der sich neben seinem eigenen belletristischen Werk nicht zuletzt auch als langjähriger Herausgeber der Literaturzeitschrift Akzente wie kaum ein anderer um die Förderung der Literatur verdient gemacht hat, sich allmählich der Stadt Köln angenähert hat, sich mit ihr anfreundete und Freunde gewann und schließlich unter der berühmten Adresse Taubengasse 11 neue Heimat fand.

Dies alles und vieles mehr erfahren wir nicht nur aus dem äußerst informativen Vorwort der Herausgeberin Gabriele Ewenz, das neben einem Grußwort von Susanne Laugwitz-Aulbach, der Dezernentin für Kunst und Kultur der Stadt Köln, sowie einem Text des Schriftstellerfreundes Werner Koch den sorgsam edierten Band bereichert – nachvollziehbar wird es vor allem in den eigenen Texten Hans Benders, z. B. in seinen präzisen, kurz-gefeilten Gedichten, den tagebuchähnlichen Notaten, Preisreden und Dankreden anlässlich der vielen Auszeichnungen, die er selber erhalten hat.

Hans Bender und Jürgen Becker 1998 - Abb. aus dem besprochenen Buch

Hans Bender und Jürgen Becker 1998 – Abb. aus dem besprochenen Buch

In der Stadt, wo du lebst… ist ein kleines, schönes Buch, das einen den Autor in seinem Können und in seiner Noblesse ebenso erkennen lässt wie in seiner Verbundenheit mit der Stadt, die es ihm gewidmet hat.

Ich freue mich bereits auf die nächste Ausgabe dieser Schriftenreihe! Wem sie dann gewidmet sein wird, weiß ich nicht – wundern würde es mich allerdings nicht, wenn es der Georg-Büchner-Preisträger dieses Jahres wäre, der Kölner Schriftsteller Jürgen Becker

Bleiben Sie einfach mit mir gespannt!

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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7 Antworten zu In der Stadt, wo du lebst…

  1. saetzebirgit schreibt:

    Sehr schön: Das Buch, die Aufmachung, das Cover, die Gedichtzeilen, die man dem Foto entnehmen kann, aber vor allem auch dieser sehr persönlich gehaltene Beitrag!

  2. Angelika Schramm schreibt:

    Vielen Dank für die Vorstellung und Beschreibung. Eine großartige Idee, ein neues Lik zu beginnen. Das würde mir auch für Hamburg gefallen.

  3. Das ist mal wieder ein ganz toller Tipp. Hätte ich auf jeden Fall verpasst, ich lese ja sonst nur, was auf der Longlist steht…
    Nein, im Ernst, eine sehr schöne Reihe wird das bestimmt wieder werden – und mit wem hätte sie besser wiedereröffnet werden können, als mit Hans Bender
    Danke und liebe Grüsse
    Kai

  4. Marc schreibt:

    Das würde mich auch für München gefallen…;-)

    Gruß
    Marc von Segway fahren Köln

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