Spuren der Kindheit

Ein Kunstbuch von Jón Thor Gíslason und Ylma Ürmeny

Jón Thor Gíslason: Ausschnitt aus einer im Buch abgebildeten Radierung

Jón Thor Gíslason: Ausschnitt aus einer im Buch abgebildeten Radierung

Was im Jahr 2000 bereits einmal als Künstlermappe in 13 Exemplaren aufgelegt (und schnell vergriffen) war, ist nun – wenige Wochen vor der Kölner Ausstellung des Isländers Jón Thor Gíslason am 7. Februar im Kultursalon Freiraum – als Kunstbuch im Druck erschienen.

In einer Auflage von diesmal 100 Exemplaren hat der Labonde-Verlag die zehn Kaltnadelradierungen des Künstlers und die Texte gleicher Anzahl seiner Frau Ilma Reißner-Gíslason, die eingedenk ihrer familiären Wurzeln als Lyrikerin unter dem Namen Ylma Ürmeny publiziert, in der seinerzeitigen Originalfolge reproduziert. Jedem der 100 nummerierten und von den Künstlern signierten Exemplare liegt zudem eine Original-Kaltnadelradierung von Jón Thor Gíslason aus dem Jahr 2013 bei.

Die zunächst unabhängig voneinander geschaffenen Radierungen und Texte haben gemein, dass sie um Motive aus Kindheiten kreisen – die Sujets der Grafiken sind Darstellungen von Kindern selbst; die Gedichte geben in unprätentiösem Ton und schlichten Sprachbildern Erinnerungen an die eigene Kindheit der Autorin wieder. Und im nun gemeinsamen Ergebnis, so sehe und lese ich es jedenfalls, gehen sie trotz der voneinander getrennten Entstehungsphasen ein feinst ziseliertes Beziehungsgeflecht ein.

Die dem Buch beigefügte Originalradierung & Signatur-Seite

Die dem Buch beigefügte Originalradierung & Signatur-Seite

Aus: Spuren der Kindheit VII

Kleiner schwarzer
Legostein
liegst da wie
Trauerflor von
Kinderträumen

Verlor´nes Spielzeug

Ich schätze mich glücklich, das 6te Exemplar von 100 besitzen zu können!

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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3 Antworten zu Spuren der Kindheit

  1. gsohn schreibt:

    Kindheitserinnerungen – das wäre auch ein schönes Thema für eine Wortspiel-Radiosendung. Siehe auch: http://ichsagmal.com/2010/01/21/hermann-burger-der-schuco-examico-und-die-suche-nach-der-kindheit/

  2. schifferw schreibt:

    Warum nicht? Unsere Köpfe und die Literatur sind voll davon! Also: eine schöne Idee!

  3. Hat dies auf Art & Writing rebloggt und kommentierte:
    just plain beautiful …

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