Wortspiel-Radio auf dem #StreamCamp13

Blogger – Live-Streamer – Podcaster – Gamer…

Wortspiel-RadioEs waren viele, die sich am vergangenen Wochenende in den Räumen des Startplatzes im Kölner Mediapark 5 zu einem ersten StreamCamp zusammenfanden und einander ihre verschiedensten Netz-Projekte vorstellten. Auch tauschten sie sich intensiv über Konzepte und technische Möglichkeiten sowie Erfordernisse für ihre Live-Aktivitäten im Internet aus. Für mich war es eine spannende, aber teils auch noch recht fremde Welt!

Eingeladen hatte mich hierzu mein Freund, der „Ich sag mal“- Blogger Gunnar Sohn, einer der Initiatoren und Organisatoren dieses Treffens. Natürlich hieß dies auch, dass wir unser Format „Wortspiel-Radio“ zur Diskussion zu stellen hatten. Die kleine Live-Session, die wir hierzu veranstalteten, liefere ich hiermit in meinem Blog jetzt nach.

Und weil bei unserem kurzen Gespräch über Literaturzeitschriften, insbesondere über „die horen“, über Wortungetüme und andere Themen auch der Name Kurt Tucholsky fiel, folgt zum Schluss dieses „Rauchzeichens“ ein – durchaus zum Thema passendes – Beispiel seiner kritischen „Gebrauchslyrik“ gleich mit!

An das Publikum

O hochverehrtes Publikum,
sag mal: Bist du wirklich so dumm,
wie uns das an allen Tagen
alle Unternehmer sagen?
Jeder Direktor mit dickem Popo
spricht: „Das Publikum will es so!“
Jeder Filmfritze sagt: „Was soll ich machen?
Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!“
Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht:
„Gute Bücher gehn eben nicht!“

Sag mal, verehrtes Publikum:
Bist du wirklich so dumm?
So dumm, dass in Zeitungen, früh und spät,
immer weniger zu lesen steht?
Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein;
aus lauter Angst, es soll niemand verhetzt sein;
aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn
könnten mit Abbestellung drohn?
Aus Bangigkeit, es käme am Ende
einer der zahllosen Reichsverbände
und protestierte und denunzierte
und demonstrierte und prozessierte…
Sag mal, verehrtes Publikum:
Bist du wirklich so dumm?
Ja dann…
Es lastet auf dieser Zeit
der Fluch der Mittelmäßigkeit.
Hast du so einen schwachen Magen?

Kannst du keine Wahrheit vertragen?
Bist also nur ein Griesbrei-Fresser-?
Ja, dann…
Ja, dann verdienst dus nicht besser

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Über schifferw

Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
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8 Antworten zu Wortspiel-Radio auf dem #StreamCamp13

  1. gsohn schreibt:

    Hat dies auf Ich sag mal rebloggt und kommentierte:

    Audio-Livestreaming mit Wolfgang Schiffer und seiner unverwechselbaren Stimme. Ein Erzähler der ersten Güte!

  2. gsohn schreibt:

    Die Session mit Dir hat mir sehr viel Freude gemacht und ist super bei den StreamCampern angekommen – hast ja auch den zweiten Platz belegt bei der Preisvergabe.

    • schifferw schreibt:

      … und ich danke Dir! Offensichtlich habe ich ja auf dem StreamCamp auch etwas gelernt, denn schließlich ist mir gelungen, den Soundcloud-Beitrag doch noch ein ein kurzes „Rauchzeichen“ einzubetten… Gute Grüße, Wolfgang

  3. gsohn schreibt:

    Die Ursache für die Tonschwäche habe ich herausgefunden. Ich Idiot hatte Dein Mikro nicht richtig auf On geschaltet. Gestern Abend ist mir das aufgefallen beim Technik-Check meines Equipments – hatte schon leichte Zweifel an der Qualität meiner Geräte. Ist dem Vorbereitungsstress geschuldet – am Wochenende musste ich mehrere Bälle gleichzeitig jonglieren. Aber besser ein leiser Ton, den man verstärken kann, als ein verzerrter und zu lauter Ton, da kann man nämlich nicht mehr viel reparieren. Auf Audacity habe ich die Tonspur bearbeitet und es ist für die Aufnahmesituation eine ganz ordentliche Tonqualität herausgesprungen. Das Video der Diskussion folgt noch. Es gab ja einen sehr anregenden Dialog mit den StreamCampern nach unserer kurzen Wortspiel-Radio-Sondersendung.

    • schifferw schreibt:

      Volles Verständnis bei all dem, was Du „an der Backe“ hattest! Und jetzt: man hört und versteht es ja! Und über den 2. Platz für uns freue ich mich natürlich – schließlich haben wir ihn ganz ohne Bild gemacht… Es lebe das Wort!

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